5. Offenes Katalanisch mit 5...c5: das Endspiel ohne Damen
Nach 5...c5 6.O-O cxd4 7.Qxd4 Qxd4 8.Nxd4 sind die Damen getauscht. Schwarz hat noch den Bauern c4, aber Weiß hat den Läufer g2, die d-Linie und den Sprung Nb5.
1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.g3 d5 4.Bg2 dxc4 5.Nf3 c5 6.O-O cxd4 7.Qxd4 Qxd4 8.Nxd4
Zug für Zug
- 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern: Er kontrolliert e5 und c5 und bereitet c4 vor, den ersten Schritt des Katalanischen.
- 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer und kontrolliert e4: Es verschiebt die Wahl zwischen ...d5, ...e6 und den indischen Verteidigungen.
- 2.c4 – Weiß gewinnt mit dem c-Bauern Raum: Er kontrolliert d5 und bereitet Nc3 oder das Fianchetto g3 vor.
- 2...e6 – Schwarz öffnet den Läufer f8 und bereitet ...d5 vor: Das ist die Struktur des Abgelehnten Damengambits, gegen die das Katalanische gedacht ist.
- 3.g3 – Das Katalanische: Weiß bereitet das Fianchetto auf g2 vor, von wo der Läufer auf d5 und den ganzen schwarzen Damenflügel zielen wird.
- 3...d5 – Schwarz besetzt d5: Nun hat der Läufer g2 einen Bauern vor sich, aber der Bauer c4 greift ihn an und die Spannung bleibt.
- 4.Bg2 – Der Läufer setzt sich auf die lange Diagonale: Er setzt d5 unter Druck und trifft, wenn Schwarz auf c4 schlägt, b7 und a8.
- 4...dxc4 – Das Offene Katalanisch: Schwarz nimmt den Bauern c4 und befreit d5, öffnet aber die Diagonale des Läufers g2. Weiß wird den Bauern mit Qa4+, Qc2 oder Ne5 zurückgewinnen.
- 5.Nf3 – Weiß entwickelt den Springer und bereitet die Rochade vor: Es hat keine Eile, c4 zurückzunehmen, weil der Bauer schwer zu halten ist.
- 5...c5 – Schwarz bricht sofort im Zentrum durch: Es gibt den Bauern c4 zurück, will aber den Bauern d4 tauschen und vereinfachen.
- 6.O-O – Weiß rochiert und lässt die Wahl zwischen Qa4+, Na3 und dem Rückschlag auf d4 offen.
- 6...cxd4 – Schwarz tauscht auf d4: Die d-Linie öffnet sich und die Damen stehen sich gegenüber.
- 7.Qxd4 – Die Dame nimmt auf d4 zurück und bietet den Tausch an: Ohne Damen wird der schwarze König im Zentrum zu einem kleineren Problem, aber Weiß hat die bessere Entwicklung.
- 7...Qxd4 – Schwarz tauscht die Damen: Mit dem König auf e8 will es die weiße Dame nicht im Zentrum lassen.
- 8.Nxd4 – Der Springer nimmt auf d4 zurück: Er droht Nb5 mit Nc7+ und der Läufer g2 setzt b7 unter Druck.
So nutzt du die Stellung
Ohne Damen hat Weiß einen kleinen Vorteil: bessere Entwicklung, aktiver Läufer g2 und der Bauer c4 zum Zurückgewinnen.
- Drohe Nb5: Der Springer zielt auf c7, von wo er Schach geben und den Turm a8 angreifen würde.
- Gewinne den Bauern c4 mit Na3 oder Nd2 und dann Nxc4 zurück.
- Der Turm geht nach d1 auf die offene Linie, gegen den noch im Zentrum stehenden schwarzen König.
- Lässt Schwarz b7 ohne die Deckung des Läufers c8, gewinnt Bxb7 einen Bauern.
Tipps vom Meister
Der Sprung nach b5
Im Endspiel ohne Damen droht der Springer d4 mit Nb5 und Nc7+, mit Angriff auf den König und den Turm a8.