Französische Verteidigung

Winawer - Antwort auf den Abtausch 4.exd5

Gegen den Abtausch 4.exd5 entwickelt Schwarz den Springer nach e7 und den Läufer nach f5, löst das Problem des Läufers c8 und erhält eine symmetrische, bequeme Stellung.

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.exd5 exd5 5.Bd3 Ne7 6.Ne2 Bf5 7.O-O O-O

Zug für Zug

  1. 1.e4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Bauern und öffnet Dame und Läufer f1. Gegen 1.e4 antwortet dieser Kurs mit der Französischen Verteidigung, die einen sofortigen Angriff auf den Bauern e4 vorbereitet.
  2. 1...e6 – Die Französische Verteidigung: Der Bauer e6 bereitet ...d5 vor und stützt es, sodass Schwarz nach exd5 mit dem Bauern zurücknehmen kann. Der Preis ist der Läufer c8, der hinter der Kette e6-d5 eingesperrt ist.
  3. 2.d4 – Weiß stellt den d-Bauern neben e4 und baut das klassische Zentrum auf: Keiner der beiden Bauern ist bisher angegriffen und Weiß gewinnt Raum.
  4. 2...d5 – Schwarz greift sofort e4 an. Weiß muss wählen: ihn verteidigen (Nc3 oder Nd2), vorstoßen (e5) oder abtauschen (exd5). Jede Wahl führt zu einem der Kapitel des Kurses.
  5. 3.Nc3 – Weiß verteidigt e4, indem es den Springer zur Mitte entwickelt: Das ist die ehrgeizigste Wahl, aber der Springer auf c3 kann durch ...Bb4 gefesselt werden.
  6. 3...Bb4 – Winawer-Variante: Der Läufer fesselt den Springer c3 an den König, sodass e4 faktisch ohne Verteidigung bleibt. Schwarz droht ...dxe4 und zwingt Weiß, das Zentrum sofort zu klären.
  7. 4.exd5 – Weiß löst die Spannung auf und verzichtet auf e5: Die Struktur wird symmetrisch und die Fesselung auf c3 verliert einen Großteil ihrer Kraft.
  8. 4...exd5 – Schwarz nimmt mit dem e-Bauern zurück: Die Diagonale c8-h3 öffnet sich und der Läufer c8, das chronische Problem der Französischen Verteidigung, ist endlich frei.
  9. 5.Bd3 – Der Läufer entwickelt sich Richtung h7 und kontrolliert f5, das Feld, auf das Schwarz seinen weißfeldrigen Läufer bringen möchte.
  10. 5...Ne7 – Der Springer geht nach e7, nicht nach f6: Er vermeidet die Fesselung Bg5 und stützt ...Bf5, sodass der Läufer c8 trotz Bd3 ausrücken kann.
  11. 6.Ne2 – Auch Weiß entwickelt den Springer nach e2: Tauscht Schwarz auf c3, kann es mit dem Springer ohne Doppelbauern zurücknehmen, und der f-Bauer bleibt frei.
  12. 6...Bf5 – Schwarz bietet den Abtausch der weißfeldrigen Läufer an: Nach Bxf5 Nxf5 kommt der Springer nach f5 und trifft d4, und die schlechteste Figur von Schwarz ist verschwunden.
  13. 7.O-O – Weiß rochiert und überlässt Schwarz die Wahl des Abtauschs auf f5; der König verlässt das Zentrum, wo die e-Linie offen ist.
  14. 7...O-O – Auch Schwarz rochiert: symmetrische Struktur, keine Schwächen und aktive Figuren. Die Partie entscheidet sich am Manöverplan.

So nutzt du die Stellung

Symmetrische Struktur und ausgeglichene Stellung: Schwarz hat das Problem des Läufers c8 bereits gelöst und alle Figuren aktiv.

Tipps vom Meister

In der Symmetrie zählt die Aktivität

Bei symmetrischer Struktur gewinnt, wer sich besser entwickelt: Schwarz hat bereits für alle Figuren einen guten Platz.

Musterpartien