11. 4.Bg5 Ne4! Variante (Sofortiger Gegenangriff)
Gegen das aggressive 4.Bg5 fackelt Schwarz nicht lange: Der Vorstoß 4...Ne4! greift den Läufer an, und nach 5.Bh4 Nxc3 6.bxc3 dxc4 schnappt sich Schwarz den Bauern c4 und verteidigt ihn zäh mit 7...Be6, bereit für ...c5.
1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 d5 4.Bg5 Ne4 5.Bh4 Nxc3 6.bxc3 dxc4 7.e3 Be6 8.Nf3 Bg7 9.Be2 O-O 10.O-O c5 11.Rb1
Zug für Zug
- 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern: kontrolliert e5 und c5 und öffnet Diagonalen für Läufer c1 und Dame.
- 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer und kontrolliert e4 sowie d5: verhindert sofortiges 2.e4 und leitet die Grünfeld-Verteidigung ein.
- 2.c4 – Weiß gewinnt mit dem c-Bauern Raum im Zentrum: kontrolliert d5 und bereitet die Springerentwicklung nach c3 vor.
- 2...g6 – Der charakteristische Grünfeld-Zug: Schwarz bereitet das Fianchetto des Läufers nach g7 vor, um das weiße Zentrum aus der Distanz zu attackieren.
- 3.Nc3 – Weiß entwickelt den Springer ins Zentrum: schützt d5 und bereitet die Errichtung des vollen Bauernzentrums mit e2-e4 vor.
- 3...d5 – Der thematische Vorstoß der Grünfeld-Verteidigung: Schwarz fordert das weiße Zentrum sofort mit d5 heraus, noch vor der Rochade.
- 4.Bg5 – Weiß entwickelt den Läufer angriffslustig nach g5 und fesselt den Springer f6 an die schwarze Dame.
- 4...Ne4 – Die energische Grünfeld-Erwiderung: Der Springer springt nach e4 vor, attackiert Läufer g5 und bedroht c3.
- 5.Bh4 – Der Läufer weicht nach h4 zurück, um den Diagonalendruck aufrechtzuerhalten und Figurenabtausch zu vermeiden.
- 5...Nxc3 – Schwarz tauscht auf c3 ab, zerrüttet die weiße Struktur am Damenflügel und öffnet das Spiel.
- 6.bxc3 – Weiß schlägt mit dem b-Bauern zur Mitte zurück, öffnet die b-Linie, lässt aber c3 und c4 verwundbar.
- 6...dxc4 – Schwarz streicht den Bauern c4 ein, gewinnt einen gesunden Mehrbauern und deckt ihn fest mit dem Läufer ab.
- 7.e3 – Weiß rückt e3 vor, um dem Läufer f1 den Weg zu öffnen und den verlorenen Bauern auf c4 zurückzugewinnen.
- 7...Be6 – Der Läufer nistet sich auf e6 ein, stützt den Bauern c4 und baut eine eiserne Kontrolle am Damenflügel auf.
- 8.Nf3 – Weiß entwickelt den Springer nach f3, um Druck auf das Zentrum aufzubauen und die kurze Rochade vorzubereiten.
- 8...Bg7 – Der schwarze Läufer übernimmt die lange Diagonale h8-a1, schließt das Fianchetto ab und schützt den König.
- 9.Be2 – Der weiße Läufer rückt nach e2 aus, bereitet die kurze Rochade vor und schirmt den König im Zentrum ab.
- 9...O-O – Schwarz bringt seinen König durch die kurze Rochade in Sicherheit und schließt die Königsflügelentwicklung ab.
- 10.O-O – Weiß vollendet die kurze Rochade, birgt den König und bereitet den Einsatz der Schwerfiguren vor.
- 10...c5 – Blitzartiger Zentrumsstoß: Schwarz attackiert den Bauern d4 mit ...c5 und öffnet weitere Einbruchswege für seine Figuren.
- 11.Rb1 – Der weiße Turm besetzt die halboffene b-Linie, um den schwachen Bauern b7 zu attackieren und Gegenspiel zu suchen.
So nutzt du die Stellung
Taktisch vorteilhafte Stellung für Schwarz: besitzt einen Mehrbauern auf c4 gestützt durch ...Be6, während der Läufer g7 unangefochten über die lange Diagonale herrscht.
- ...c5 vorstoßen, um die Basis des weißen d4-Zentrums zu attackieren und die c-Linie zu öffnen.
- Den Springer b8 nach d7 oder c6 mobilisieren, um die Entwicklung zu vollenden und c5 zu stützen.
- Auf der b-Linie mit Türmen verdoppeln oder ...b6 spielen, um den c4-Mehrbauern dauerhaft zu zementieren.
- Im Endspiel den Mehrbauern am Damenflügel in einen gewinnbringenden Freibauern umwandeln.
Tipps vom Meister
Der Springerausfall 4...Ne4! gegen 4.Bg5
Die frühe Läuferentwicklung nach g5 lässt den Springer c3 ungedeckt: 4...Ne4! zwingt Weiß zu spürbarem Tempoverlust.