47. Evans: Waller-Angriff (8.Qb3 Qf6 9.Bg5)
Nach 7...d6 8.Qb3 Qf6 spielt Weiß 9.Bg5, was die Dame mit Tempo angreift, und schlägt erst nach 9...Qg6 mit 10.cxd4 zurück. Weiß hat einen Bauern weniger, aber das Zentrum e4-d4 und den schwarzen König im Zentrum.
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.b4 Bxb4 5.c3 Ba5 6.d4 exd4 7.O-O d6 8.Qb3 Qf6 9.Bg5 Qg6 10.cxd4
Zug für Zug
- 1.e4 – Besetzt das Zentrum und öffnet Dame und Läufer f1, der in der Italienischen Partie nach c4 geht und auf den schwachen Punkt f7 zielt.
- 1...e5 – Schwarz kämpft sofort um das Zentrum: Der Bauer e5 kontrolliert d4 und f4 und öffnet Läufer f8 und Dame.
- 2.Nf3 – Entwicklung mit Angriff: Der Springer greift e5 an, kontrolliert d4 und bereitet die schnelle kurze Rochade vor.
- 2...Nc6 – Deckt e5 mit Entwicklung und kontrolliert zusätzlich d4, das Feld, auf das Weiß einen Bauern stellen möchte.
- 3.Bc4 – Der Zug der Italienischen Partie: Der Läufer zielt auf f7, das nur der König deckt, und kontrolliert d5, was ...d5 erschwert.
- 3...Bc5 – Das Giuoco Piano: Schwarz antwortet symmetrisch, zielt auf f2 und kontrolliert d4, um d2-d4 zu erschweren.
- 4.b4 – Das Evans-Gambit: Weiß bietet den b-Bauern an, um den Läufer c5 abzulenken. Nach ...Bxb4 spielt es c3 mit Tempo und dann d4 und baut das Zentrum mit Entwicklungsvorsprung auf.
- 4...Bxb4 – Schwarz nimmt den Bauern an: Der Läufer verlässt die Diagonale a7-g1 und wird sofort von c3 angegriffen.
- 5.c3 – Der Bauer greift den Läufer b4 mit Tempo an und bereitet d4 vor: Das ist der Sinn des Gambits, Entwicklung und Zentrum im Tausch gegen den Bauern.
- 5...Ba5 – Der gebräuchlichste Rückzug: Von a5 aus behält der Läufer den Bauern c3 im Auge, der an den König gefesselt bleibt, bis Weiß rochiert.
- 6.d4 – Weiß baut das Zentrum auf: d4 greift e5 an und öffnet die Diagonale des Läufers c1.
- 6...exd4 – Schwarz schlägt: Jetzt ist der Bauer c3 vom Läufer a5 gefesselt und kann nicht auf d4 zurückschlagen, solange der weiße König auf e1 steht.
- 7.O-O – Weiß rochiert und löst die Fesselung des Bauern c3: Jetzt ist cxd4 möglich, und der Turm f1 kann nach e1 gehen.
- 7...d6 – Schwarz öffnet die Diagonale des Läufers c8 und hält den Bauern d4: Nach cxd4 kontrolliert der Bauer d6 e5.
- 8.Qb3 – Die Dame zielt zusammen mit dem Läufer c4 auf f7 (Drohung Bxf7+) und bereitet das Zurückschlagen auf d4 vor.
- 8...Qf6 – Die Dame deckt f7 entlang der f-Linie und greift den Springer f3 an, setzt sich aber dem Angriff mit Tempo Bg5 aus.
- 9.Bg5 – Der Waller-Angriff: Der Läufer greift die Dame mit Tempo an, bevor auf d4 zurückgeschlagen wird.
- 9...Qg6 – Die Dame bleibt zur Deckung von f7 und greift nun den Bauern e4 und den Läufer g5 an (vom Springer f3 gedeckt).
- 10.cxd4 – Weiß schlägt den Bauern zurück und bildet das Zentrum e4-d4. Der Bauer e4 wird von der Dame angegriffen, aber ihn zu nehmen, würde die e-Linie gegen den noch auf e8 stehenden schwarzen König öffnen.
So nutzt du die Stellung
Schwarz hat einen Mehrbauern; Weiß hat das Zentrum e4-d4, die Batterie Qb3-Bc4 auf f7 und den schwarzen König auf e8. Der Bauer e4 wird von der Dame g6 angegriffen.
- Schütze oder nutze e4: Nbd2 deckt ihn, Bd3 deckt ihn und greift zugleich die Dame g6 an.
- d5 vertreibt den Springer c6 und öffnet die Diagonale a2-g8.
- e5 öffnet das Zentrum gegen den König auf e8; nach dxe5 öffnet sich die d-Linie.
- Re1 oder Rac1: Die Türme gehen auf die zentralen Linien, bevor Schwarz rochiert.
Tipps vom Meister
Der Bauer e4 im Waller-Angriff
Nach 10.cxd4 greift die Dame g6 e4 an: Entscheide, ob du ihn deckst (Nbd2, Bd3) oder zugunsten von Tempi opferst.