Italienische Partie

Greco-Gambit – 8...Nxc3 bestraft

Im Greco-Gambit tauscht Schwarz auf c3 und nimmt mit 9...Bxc3 auch den zweiten Bauern. Mit 10.Ba3 und 11.Bb5 gibt Weiß den Turm a1 preis, um die Rochade zu verhindern und die e-Linie mit Schach zu öffnen.

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.c3 Nf6 5.d4 exd4 6.cxd4 Bb4+ 7.Nc3 Nxe4 8.O-O Nxc3 9.bxc3 Bxc3 10.Ba3 d5 11.Bb5

Zug für Zug

  1. 1.e4 – Besetzt das Zentrum und öffnet Dame und Läufer f1, der in der Italienischen Partie nach c4 geht und auf den schwachen Punkt f7 zielt.
  2. 1...e5 – Schwarz kämpft sofort um das Zentrum: Der Bauer e5 kontrolliert d4 und f4 und öffnet Läufer f8 und Dame.
  3. 2.Nf3 – Entwicklung mit Angriff: Der Springer greift e5 an, kontrolliert d4 und bereitet die schnelle kurze Rochade vor.
  4. 2...Nc6 – Deckt e5 mit Entwicklung und kontrolliert zusätzlich d4, das Feld, auf das Weiß einen Bauern stellen möchte.
  5. 3.Bc4 – Der Zug der Italienischen Partie: Der Läufer zielt auf f7, das nur der König deckt, und kontrolliert d5, was ...d5 erschwert.
  6. 3...Bc5 – Das Giuoco Piano: Schwarz antwortet symmetrisch, zielt auf f2 und kontrolliert d4, um d2-d4 zu erschweren.
  7. 4.c3 – Bereitet d4 vor: Der Bauer c3 nimmt dem Springer c6 das Feld d4 und erlaubt ein Zentrum e4-d4 mit Tempo gegen den Läufer c5.
  8. 4...Nf6 – Gegenangriff auf e4: Schwarz entwickelt und nutzt aus, dass c3 Weiß die natürliche Deckung Nc3 genommen hat.
  9. 5.d4 – Weiß setzt den Plan um: d4 greift e5 und den Läufer c5 an und fordert Schwarz auf, das Zentrum aufzugeben.
  10. 5...exd4 – Die häufigste Antwort: Schwarz gibt e5 auf und tauscht auf d4, Weiß nimmt mit dem c-Bauern zurück und der Läufer c5 bleibt angegriffen.
  11. 6.cxd4 – Weiß erhält das ideale Zentrum e4-d4 und greift den Läufer c5 an, der ziehen muss.
  12. 6...Bb4+ – Das aktivste Schach: Statt sich zurückzuziehen, zwingt der Läufer Weiß zum Dazwischenziehen; kommt der Springer nach c3, wird er gefesselt und ...Nxe4 droht.
  13. 7.Nc3 – Greco-Gambit / Møller-Angriff: Weiß bietet e4 an, um schnell zu entwickeln und zu rochieren, und setzt auf die sich öffnende e-Linie.
  14. 7...Nxe4 – Schwarz nimmt an und schlägt auf e4, wobei er die Fesselung des Springers c3 durch den Läufer b4 ausnutzt.
  15. 8.O-O – Weiß rochiert, statt sofort Material zurückzugewinnen: Der König ist sicher und der Turm steht für Re1 gegen den Springer e4 bereit.
  16. 8...Nxc3 – Schwarz tauscht den Springer e4 gegen den Springer c3, doch nach bxc3 erhält Weiß die offene b-Linie und greift den Läufer b4 an.
  17. 9.bxc3 – Das Zurückschlagen greift den Läufer b4 an; d4 wird von c3 gestützt und a3 ist frei für den Läufer c1.
  18. 9...Bxc3 – Schwarz nimmt einen zweiten Bauern und greift den Turm a1 an, lässt den König aber im Zentrum; solider war 9...d5.
  19. 10.Ba3 – Weiß ignoriert den Turm a1: Der Läufer auf a3 kontrolliert f8, verhindert die Rochade und hält den schwarzen König im Zentrum.
  20. 10...d5 – Schwarz sperrt die Diagonale des Läufers c4 und befreit den Läufer c8, aber e-Linie und Diagonale a3-f8 bleiben gefährlich.
  21. 11.Bb5 – Der Läufer fesselt den Springer c6 an den König und bereitet Re1+ vor: Nimmt Schwarz mit ...Bxa1 den Turm, öffnet sich die e-Linie mit Schach.

So nutzt du die Stellung

Schwarz hat zwei Bauern mehr und kann den Turm a1 nehmen, doch sein König ist durch den Läufer a3 im Zentrum gefangen. Weiß spielt auf direkten Angriff gegen den König e8.

Tipps vom Meister

Erst Angriff, dann Material

In dieser Variante keine Bauern zurückholen: Jedes Tempo dient dem Angriff auf den König e8 mit Re1+, Qa4 und Ne5.

Musterpartien