12. Averbach-System mit 6.Bg5 (Fesselung des Springers)
Im Averbach-System verhindert Weiß den normalen Königsindischen Zug ...e5 durch die Fesselung 6.Bg5. Schwarz antwortet strategisch mit 6...c5 und leitet in günstige Benoni-Strukturen über.
1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Be2 O-O 6.Bg5 c5 7.d5 h6 8.Be3 e6 9.Qd2 exd5 10.exd5 Kh7 11.h3 Re8 12.Bd3
Zug für Zug
- 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern: kontrolliert e5 und c5 und öffnet die Diagonale für den Läufer c1 und die Dame.
- 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer und kontrolliert e4 und d5: verhindert sofortiges 2.e4 und leitet die Königsindische Verteidigung ein.
- 2.c4 – Weiß gewinnt Raum im Zentrum mit dem c-Bauern: kontrolliert d5 und bereitet die Springerentwicklung nach c3 vor.
- 2...g6 – Der charakteristische Zug der Königsindischen Verteidigung: Schwarz bereitet das Läuferfianchetto auf g7 vor, um das Zentrum aus der Ferne zu attackieren.
- 3.Nc3 – Weiß entwickelt den Springer zentrumswärts: schützt d5 und bereitet mit e2-e4 die volle Zentrumsbeherrschung vor.
- 3...Bg7 – Der Läufer nimmt Aufstellung auf der langen Diagonale h8-a1: beherrscht die zentralen hellen Felder d4 und e5 und schirmt den König ab.
- 4.e4 – Weiß errichtet das klassische Zentrum mit d4 und e4: besitzt viel Raum, bietet dem schwarzen Konterspiel aber auch ein klares Angriffsziel.
- 4...d6 – Schwarz hemmt den weißen Vormarsch e4-e5, schützt die zentralen dunklen Felder und bereitet den thematischen Gegenstoß ...e5 vor.
- 5.Be2 – Ruhige Läuferentwicklung, die die Wahl zwischen Nf3 und Be3 aufschiebt und maximale Zentrumsflexibilität bewahrt.
- 5...O-O – Schwarz vollendet die Rochade, bevor die zentrale Gegenstrategie in Gang gesetzt wird.
- 6.Bg5 – Averbach-System: Der Läufer entwickelt sich nach g5, um den Springer f6 zu fesseln und das klassische ...e5 zu hemmen.
- 6...c5 – Die thematische Erwiderung gegen Averbach: Schwarz stößt vom Flügel mit ...c5 vor und leitet in eine Benoni-Struktur über.
- 7.d5 – Weiß nimmt die Herausforderung an und stößt mit d5 raumgreifend vor, öffnet dadurch jedoch Diagonalen für schwarze Figuren.
- 7...h6 – Schwarz befragt den Läufer g5, um die gegnerischen Absichten zu klären, bevor das Zentrum geöffnet wird.
- 8.Be3 – Der Läufer zieht sich nach e3 zurück, wo er d4 deckt und künftige Batterieoperationen mit der Dame auf d2 unterstützt.
- 8...e6 – Schwarz untergräbt d5 unverzüglich, um die e-Linie zu öffnen und den Turm f8 gegen das weiße Zentrum zu aktivieren.
- 9.Qd2 – Die weiße Dame bildet eine Angriffsbatterie mit dem Läufer e3 und visiert den ungedeckten Bauern h6 an.
- 9...exd5 – Schwarz schlägt auf d5 vor der Verteidigung von h6 und öffnet dynamisch die zentrale e-Linie.
- 10.exd5 – Weiß nimmt mit dem e-Bauern zurück, um die Kette zu wahren und die Diagonale für den Läufer e2 zu öffnen.
- 10...Kh7 – Der König weicht nach h7 aus, verteidigt den Bauern h6 solide und entgeht den Drohungen der weißen Batterie.
- 11.h3 – Weiß spielt h3, um lästige Sprünge ...Ng4 gegen den Läufer e3 dauerhaft zu unterbinden.
- 11...Re8 – Der Turm bemächtigt sich der offenen e-Linie, attackiert den Läufer e3 und bindet den weißen König ans Zentrum.
- 12.Bd3 – Der Läufer postiert sich auf d3 um, um zentrale Felder abzuschirmen und das Erscheinen des Springers auf e2 vorzubereiten.
So nutzt du die Stellung
Strategische Benoni-Stellung: Schwarz hat die Fesselung neutralisiert und besitzt dynamisches Gegenspiel am Damenflügel.
- Den Damenflügel mit ...a6 und ...b5 expandieren, um die weiße Bauernkette zu untergraben.
- Den Springer b8 über d7 nach e5 oder c5 überführen, um die zentralen Schwächen zu besetzen.
- Bei weißem Bh4-g3 den Läufer mit ...Nh5 ins Visier nehmen und das Läuferpaar erobern.
- Den Läufer g7 auf der Diagonale h8-a1 als Hauptangriffswaffe gegen den Damenflügel nutzen.
Tipps vom Meister
Umschalten auf Benoni gegen Averbach
Der Läufer g5 hemmt ...e5, doch der Hebel ...c5 nutzt die weiße Figurenentfernung vom Damenflügel optimal aus.