Nimzowitsch-Indische & Bogo-Indische Verteidigung
1. Capablanca-Variante 4.Qc2 mit Gegenangriff ...c5
Der Zug von Capablanca und Kasparov: Er kontrolliert e4 und vermeidet Doppelbauern nach Bxc3.
1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 c5 5.dxc5 O-O 6.a3 Bxc5 7.Nf3 b6 8.Bf4 Bb7 9.Rd1 Nc6 10.e3 Nh5 11.Bg3
Zug für Zug
- 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern, von der Dame gedeckt, und befreit den Läufer c1. Mit diesem Zug beginnen Partien des Damengambits, des Katalanen und der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung.
- 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer zum Zentrum und verhindert sofort 2.e4. Mit Nf6 bleibt Schwarz flexibel: Er kann zwischen Nimzowitsch-Indisch, Damenindisch, Königsindisch oder abgelehntem Damengambit wählen.
- 2.c4 – Weiß gewinnt Raum am Damenflügel und greift aus der Ferne das Feld d5 an. Weiß droht nun, mit Nc3 und e4 ein großes Bauernzentrum aufzubauen.
- 2...e6 – Schwarz öffnet die Diagonale des Läufers f8 und bereitet sowohl d5 als auch Bb4 vor. Im Vergleich zu 2...d5 bleibt Schwarz elastisch: Er wartet ab, ob Weiß Nc3 spielt, was die Nimzowitsch-Indische Verteidigung ermöglicht.
- 3.Nc3 – Weiß entwickelt den Springer und bereitet e4 vor: Reagiert Schwarz nicht, bekäme Weiß mit 4.e4 das ideale Zentrum mit Bauern auf c4, d4 und e4.
- 3...Bb4 – Der Zug der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung: Der Läufer fesselt den Springer c3 an den König, sodass Nc3 e4 nicht mehr kontrolliert und der Vorstoß e4 schwierig wird. Schwarz ist bereit, auf c3 zu schlagen, um die weißen Bauern zu verdoppeln.
- 4.Qc2 – Mit der Dame auf c2 deckt Weiß den Springer c3: Schlägt Schwarz auf c3, nimmt Weiß mit der Dame zurück, ohne Doppelbauern. Die Dame kontrolliert außerdem e4 und unterstützt den späteren Vorstoß e4.
- 4...c5 – Schwarz greift sofort d4 an und nutzt aus, dass die Dame das Zentrum nicht mehr von d1 aus deckt. Ignoriert Weiß die Drohung, hinterlässt ...cxd4 ein schwaches weißes Zentrum.
- 5.dxc5 – Weiß schlägt auf c5: Nun ist der Läufer b4 nicht mehr von einem Bauern gedeckt und Schwarz muss den Bauern zurückgewinnen. Weiß hofft, mit a3 gegen den Läufer ein Tempo zu gewinnen.
- 5...O-O – Schwarz rochiert, bevor er den Bauern zurückschlägt: Der Bauer c5 läuft nicht weg, denn der Läufer b4 kann ihn jederzeit zurücknehmen. Die Rochade bringt den König in Sicherheit und den Turm nach f8.
- 6.a3 – Weiß fordert den Läufer zur Entscheidung auf: auf c3 tauschen oder auf c5 zurückschlagen. Der Bauer a3 bereitet außerdem b4 vor, um am Damenflügel mit Tempo gegen den Läufer Raum zu gewinnen.
- 6...Bxc5 – Schwarz gewinnt den Bauern mit dem Läufer zurück, der von c5 auf f2 zielt. Schwarz sollte nicht auf c3 tauschen: Mit der Dame auf c2 würde Weiß ohne Doppelbauern und mit dem Läuferpaar zurücknehmen.
- 7.Nf3 – Weiß entwickelt den Königsspringer und kontrolliert d4 und e5. Der schwarze Läufer auf c5 ist aktiv, aber Weiß bereitet Bf4 oder Bg5 und die Kontrolle der d-Linie vor.
- 7...b6 – Schwarz bereitet Bb7 vor: Auf der Langdiagonale kontrolliert der Läufer e4 und drückt auf f3 und g2. Es ist das harmonischste Schema, denn der Läufer c8 hat mit dem Bauern auf e6 keine anderen freien Diagonalen.
- 8.Bf4 – Weiß entwickelt den Läufer auf eine aktive Diagonale: Von f4 kontrolliert er b8, c7 und d6 und erschwert Schwarz d6 oder Nc6 gefolgt von Qc7.
- 8...Bb7 – Schwarz vollendet die Entwicklung des Damenflügels: Der Läufer b7 nimmt e4 und die Diagonale bis g2 ins Visier, wo Weiß noch nicht rochiert hat.
- 9.Rd1 – Der Turm besetzt die halboffene d-Linie und setzt den rückständigen Bauern d7 unter Druck. So kann Schwarz d5 nicht leicht vorstoßen oder den Springer b8 nach d7 entwickeln.
- 9...Nc6 – Schwarz entwickelt den Springer nach c6, wo er d4, b4 und e5 kontrolliert, ohne die Dame zu blockieren. Von c6 kann der Springer auch nach a5 oder b4 springen, gegen c4 und die Dame auf c2.
- 10.e3 – Weiß öffnet die Diagonale des Läufers f1 und versperrt dem Läufer c5 den Weg nach f2. Vor der Rochade muss Weiß aber noch den Königsläufer entwickeln, und das gibt Schwarz ein Tempo.
- 10...Nh5 – Der Springer greift den Läufer f4 an: Schwarz will ihn tauschen, um das Läuferpaar zu bekommen und Weiß die Kontrolle über die dunklen Felder b8, c7 und d6 zu nehmen.
- 11.Bg3 – Weiß zieht den Läufer nach g3 zurück, wo er auf der Diagonale h2-b8 bleibt. Tauscht Schwarz, schlägt Weiß hxg3 zurück und öffnet die h-Linie für den Turm h1.
So nutzt du die Stellung
Schwarz ist voll entwickelt und hat aktive Läufer auf b7 und c5; Weiß hat die d-Linie, aber noch nicht rochiert. Der Tausch des Läufers g3 gibt Schwarz das Läuferpaar.
- Tausche mit ...Nxg3: Nach hxg3 hat Schwarz das Läuferpaar, aber die h-Linie öffnet sich für den Turm h1, also Vorsicht bei h7.
- Spiele ...f5 im richtigen Moment: Der Bauer kontrolliert e4 und schließt die Diagonale b1-h7, wodurch die Batterie Qc2-Bd3 gegen h7 verschwindet.
- Bringe einen Turm nach c8 und die Dame nach e7 oder c7, um Druck auf die c-Linie und den Bauern c4 auszuüben, den Weiß nur mit dem Läufer f1 deckt.
- Der Bauer d7 ist auf der d-Linie rückständig: Halte ihn mit ...Qe7 oder ...Rd8 gedeckt und stoße ...d6 oder ...d5 nur vor, wenn Weiß ihn nicht gewinnen kann.
Tipps vom Meister
Nicht auf c3 tauschen nach dxc5
Mit der Dame auf c2 gibt der Tausch ...Bxc3+ Qxc3 Weiß das Läuferpaar ohne Doppelbauern.