Nimzowitsch-Indische & Bogo-Indische Verteidigung
8. Kasparov-Variante mit 4.Nf3 c5 5.g3
Die Lieblingswaffe von Garri Kasparow: die Nimzo mit dem Fianchetto g3 im katalanischen Stil kombinieren.
1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Nf3 c5 5.g3 cxd4 6.Nxd4 O-O 7.Bg2 d5 8.cxd5 Nxd5 9.Qb3 Nc6 10.Nxc6 bxc6 11.O-O Qa5 12.Bd2 Bxc3
Zug für Zug
- 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern, von der Dame gedeckt, und befreit den Läufer c1. Mit diesem Zug beginnen Partien des Damengambits, des Katalanen und der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung.
- 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer zum Zentrum und verhindert sofort 2.e4. Mit Nf6 bleibt Schwarz flexibel: Er kann zwischen Nimzowitsch-Indisch, Damenindisch, Königsindisch oder abgelehntem Damengambit wählen.
- 2.c4 – Weiß gewinnt Raum am Damenflügel und greift aus der Ferne das Feld d5 an. Weiß droht nun, mit Nc3 und e4 ein großes Bauernzentrum aufzubauen.
- 2...e6 – Schwarz öffnet die Diagonale des Läufers f8 und bereitet sowohl d5 als auch Bb4 vor. Im Vergleich zu 2...d5 bleibt Schwarz elastisch: Er wartet ab, ob Weiß Nc3 spielt, was die Nimzowitsch-Indische Verteidigung ermöglicht.
- 3.Nc3 – Weiß entwickelt den Springer und bereitet e4 vor: Reagiert Schwarz nicht, bekäme Weiß mit 4.e4 das ideale Zentrum mit Bauern auf c4, d4 und e4.
- 3...Bb4 – Der Zug der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung: Der Läufer fesselt den Springer c3 an den König, sodass Nc3 e4 nicht mehr kontrolliert und der Vorstoß e4 schwierig wird. Schwarz ist bereit, auf c3 zu schlagen, um die weißen Bauern zu verdoppeln.
- 4.Nf3 – Weiß entwickelt den Springer und lässt viele Wege offen: g3 im katalanischen Stil, Qb3 oder Bg5. Auf e3 und f3 verzichtet er vorerst.
- 4...c5 – Schwarz greift sofort d4 an: Ohne Bauern auf e3 kann Weiß nicht mit einem Bauern auf d4 zurückschlagen und das weiße Zentrum wird verkleinert.
- 5.g3 – Weiß bereitet das Fianchetto vor: Der Läufer g2 drückt auf der Langdiagonale in Richtung d5, c6 und b7. Es ist Kasparows Lieblingssystem gegen die Nimzo.
- 5...cxd4 – Schwarz tauscht auf d4, um den weißen Zentrumsbauern zu beseitigen. Weiß schlägt mit dem Springer zurück, der auf d4 jedoch exponiert stehen wird.
- 6.Nxd4 – Der Springer schlägt auf d4 zurück, wo er b5, c6 und e6 kontrolliert. Weiß hat mehr Entwicklung, aber der Springer d4 kann durch ...Nc6 oder ...e5 angegriffen werden.
- 6...O-O – Schwarz rochiert und bereitet ...d5 vor: Bevor er das Zentrum öffnet, bringt er den König in Sicherheit, denn der weiße Läufer g2 wird bald auf die Langdiagonale zielen.
- 7.Bg2 – Der Läufer vollendet das Fianchetto und zielt auf d5, c6 und b7. Weiß kann nun rochieren und den schwarzen Damenflügel treffen.
- 7...d5 – Schwarz besetzt das Zentrum und greift c4 an: Da der König nun sicher ist, will Schwarz das Zentrum öffnen, bevor Weiß rochiert.
- 8.cxd5 – Weiß tauscht auf d5, um die Diagonale des Läufers g2 nach d5 und b7 zu öffnen. Schwarz muss so zurücknehmen, dass er die hellen Felder nicht schwächt.
- 8...Nxd5 – Schwarz schlägt mit dem Springer zurück: Auf d5 steht er zentral und greift c3 an, das vom Läufer b4 gefesselt ist. Weiß muss nun den Springer c3 decken.
- 9.Qb3 – Die Dame greift den Läufer b4 und den Springer d5 an, die unter doppeltem Druck stehen. Es ist Weißens stärkster Zug in dieser Stellung.
- 9...Nc6 – Schwarz entwickelt den Springer mit Tempo: Auf c6 deckt er den Läufer b4 und greift den Springer d4 an. Der Springer d5 bleibt von der Dame und dem Bauern e6 gedeckt.
- 10.Nxc6 – Weiß tauscht die Springer, um ...Nxd4 zu vermeiden und Schwarz nach dem Zurückschlagen einen doppelten oder isolierten c-Bauern zu hinterlassen.
- 10...bxc6 – Schwarz schlägt mit dem b-Bauern zurück: Das öffnet die b-Linie gegen die Dame b3, und der Bauer c6 verstärkt den Springer d5, der seinerseits den Läufer b4 deckt. Der Läufer c8 hat nun die freie Diagonale.
- 11.O-O – Weiß rochiert und hält den Druck aufrecht: Der Läufer b4 wird nur vom Springer d5 gedeckt, der vom Läufer g2 und der Dame b3 angegriffen wird.
- 11...Qa5 – Die Dame verstärkt den Läufer b4 und stellt sich hinter ihn auf die Diagonale nach c3: Tauscht der Läufer auf c3, unterstützt die Dame das Zurückschlagen. Der Springer c3 bleibt gefesselt.
- 12.Bd2 – Weiß deckt den Springer c3 mit dem Läufer und löst die Fesselung. Wird Schwarz nicht aktiv, spielt Weiß nun Rfc1 oder e4.
- 12...Bxc3 – Schwarz tauscht auf c3, um zu vereinfachen: Nach bxc3 hat Weiß schwache Bauern auf a2 und c3, während Schwarz nach Bxc3 erneut auf c3 tauscht.
So nutzt du die Stellung
Nach 13.bxc3 oder 13.Bxc3 ist die Stellung ausgeglichen: Schwarz hat den isolierten Bauern c6, aber aktive Figuren, Weiß hat den Läufer g2 auf der Langdiagonale.
- Aktiviere nach 13.bxc3 den Läufer mit ...Ba6, der auf e2 und den Turm f1 zielt, dann ...Qc5 und ...Bc4, um die Dame b3 zu vertreiben.
- Bringe einen Turm nach b8 gegen die Dame b3: Weiß muss auf die halboffene b-Linie achten.
- Nach 13.Bxc3 Nxc3 14.Qxc3 Qxc3 15.bxc3 hat im Endspiel jeder einen schwachen c-Bauern: Führe den König zum Zentrum und greife c3 mit ...Ba6 und ...Rc8 an.
- Befreie den Bauern c6 mit ...c5, wenn der Läufer g2 nicht mehr auf den Springer d5 drücken kann.
Tipps vom Meister
Auf Qb3 mit ...Nc6 antworten
Die Dame auf b3 greift sowohl den Läufer b4 als auch den Springer d5 an.