Nimzowitsch-Indische & Bogo-Indische Verteidigung

9. Leningrader Variante (4.Bg5 h6 5.Bh4 c5)

Den Springer f6 fesseln: wie man den Läufer mit h6, g5 und zentralem Gegenangriff bestraft.

1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Bg5 h6 5.Bh4 c5 6.d5 b5 7.e3 g5 8.Bg3 Ne4

Zug für Zug

  1. 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern, von der Dame gedeckt, und befreit den Läufer c1. Mit diesem Zug beginnen Partien des Damengambits, des Katalanen und der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung.
  2. 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer zum Zentrum und verhindert sofort 2.e4. Mit Nf6 bleibt Schwarz flexibel: Er kann zwischen Nimzowitsch-Indisch, Damenindisch, Königsindisch oder abgelehntem Damengambit wählen.
  3. 2.c4 – Weiß gewinnt Raum am Damenflügel und greift aus der Ferne das Feld d5 an. Weiß droht nun, mit Nc3 und e4 ein großes Bauernzentrum aufzubauen.
  4. 2...e6 – Schwarz öffnet die Diagonale des Läufers f8 und bereitet sowohl d5 als auch Bb4 vor. Im Vergleich zu 2...d5 bleibt Schwarz elastisch: Er wartet ab, ob Weiß Nc3 spielt, was die Nimzowitsch-Indische Verteidigung ermöglicht.
  5. 3.Nc3 – Weiß entwickelt den Springer und bereitet e4 vor: Reagiert Schwarz nicht, bekäme Weiß mit 4.e4 das ideale Zentrum mit Bauern auf c4, d4 und e4.
  6. 3...Bb4 – Der Zug der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung: Der Läufer fesselt den Springer c3 an den König, sodass Nc3 e4 nicht mehr kontrolliert und der Vorstoß e4 schwierig wird. Schwarz ist bereit, auf c3 zu schlagen, um die weißen Bauern zu verdoppeln.
  7. 4.Bg5 – Die Leningrader Variante: Der Läufer fesselt den Springer f6 an die Dame, sodass Schwarz weniger Kontrolle über e4 und d5 hat. Weiß vermeidet vorerst Doppelbauern und entwickelt aktiv.
  8. 4...h6 – Schwarz fordert den Läufer sofort zur Entscheidung auf: auf f6 tauschen und das Läuferpaar hergeben oder sich nach h4 zurückziehen, wo er bald von ...g5 angegriffen wird.
  9. 5.Bh4 – Weiß hält die Fesselung des Springers f6 aufrecht. Der Läufer auf h4 bleibt aber ...g5 ausgesetzt, das ihn vertreiben und dabei Raum am Königsflügel gewinnen wird.
  10. 5...c5 – Schwarz greift d4 an und nutzt aus, dass der Läufer c1 weit vom Damenflügel entfernt ist. Weiß muss zwischen d5, um Raum zu gewinnen, und e3, um das Zentrum zu stützen, wählen.
  11. 6.d5 – Weiß gewinnt mit d5 Raum und blockiert den Läufer c8 hinter den schwarzen Bauern. Der Bauer d5 ist aber vorgeschoben und Schwarz versucht sofort, ihn zu untergraben.
  12. 6...b5 – Schwarz greift c4 an, um dem Bauern d5 die Stütze zu nehmen. Bei cxb5 spielt Schwarz ...exd5 und erhält das Zentrum und die Diagonale für den Läufer c8.
  13. 7.e3 – Weiß verstärkt d5 indirekt, indem er dem Läufer f1 den Weg öffnet, der c4 decken kann. Er schlägt nicht auf b5, um Schwarz das Zentrum nicht zu überlassen.
  14. 7...g5 – Schwarz vertreibt den Läufer h4 und löst die Fesselung des Springers f6. Schwarz schwächt den Königsflügel, gewinnt aber Zeit und befreit den Springer, um nach e4 zu springen.
  15. 8.Bg3 – Der Läufer zieht sich nach g3 auf die Diagonale h2-b8 zurück, von wo er d6 und e5 kontrolliert. Er bleibt aber durch ...Nh5 oder ...Ne4 angreifbar.
  16. 8...Ne4 – Der Springer springt nach e4 und greift zwei Figuren an: den vom Läufer b4 gefesselten Springer c3 und den Läufer g3. Weiß muss c3 sofort decken.

So nutzt du die Stellung

Scharfe Stellung: Schwarz hat mit dem Springer c3 und g3 angegriffen und Raum am Königsflügel gewonnen, aber h6 und g5 geschwächt. Weiß muss c3 decken, meist mit Qc2.

Tipps vom Meister

Doppelangriff mit ...Ne4

Nach ...g5 und Bg3 greift der Springer auf e4 gleichzeitig c3 und g3 an.