Nimzowitsch-Indische & Bogo-Indische Verteidigung
7. Sämisch-Variante 4.a3 (Botwinnik-Angriff und Gegenspiel auf c4)
Weiß erzwingt sofort Bxc3+, um das Läuferpaar zu bekommen und das Zentrum mit e4 und f3 aufzubauen.
1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.a3 Bxc3+ 5.bxc3 c5 6.f3 d5 7.e3 O-O 8.cxd5 exd5 9.Bd3 b6 10.Ne2 Ba6 11.O-O Re8 12.Ng3 Bxd3
Zug für Zug
- 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern, von der Dame gedeckt, und befreit den Läufer c1. Mit diesem Zug beginnen Partien des Damengambits, des Katalanen und der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung.
- 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer zum Zentrum und verhindert sofort 2.e4. Mit Nf6 bleibt Schwarz flexibel: Er kann zwischen Nimzowitsch-Indisch, Damenindisch, Königsindisch oder abgelehntem Damengambit wählen.
- 2.c4 – Weiß gewinnt Raum am Damenflügel und greift aus der Ferne das Feld d5 an. Weiß droht nun, mit Nc3 und e4 ein großes Bauernzentrum aufzubauen.
- 2...e6 – Schwarz öffnet die Diagonale des Läufers f8 und bereitet sowohl d5 als auch Bb4 vor. Im Vergleich zu 2...d5 bleibt Schwarz elastisch: Er wartet ab, ob Weiß Nc3 spielt, was die Nimzowitsch-Indische Verteidigung ermöglicht.
- 3.Nc3 – Weiß entwickelt den Springer und bereitet e4 vor: Reagiert Schwarz nicht, bekäme Weiß mit 4.e4 das ideale Zentrum mit Bauern auf c4, d4 und e4.
- 3...Bb4 – Der Zug der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung: Der Läufer fesselt den Springer c3 an den König, sodass Nc3 e4 nicht mehr kontrolliert und der Vorstoß e4 schwierig wird. Schwarz ist bereit, auf c3 zu schlagen, um die weißen Bauern zu verdoppeln.
- 4.a3 – Die Sämisch-Variante: Weiß zwingt den Läufer sofort zur Entscheidung und nimmt die Doppelbauern in Kauf, im Tausch für das Läuferpaar und ein bewegliches Zentrum mit f3 und e4.
- 4...Bxc3+ – Schwarz tauscht auf c3: Den Läufer zurückzuziehen würde Zeit kosten und Weiß das Zentrum ohne Doppelbauern überlassen. Nun wird der Bauer c4 zum Ziel.
- 5.bxc3 – Weiß schlägt zum Zentrum hin zurück: Der Bauer c3 deckt d4 und bereitet e4 vor. Im Austausch für die Doppelbauern hat Weiß das Läuferpaar und die halboffene b-Linie.
- 5...c5 – Schwarz greift d4 an und fixiert den Bauern c4: Mit ...c5 kann Weiß c4-c5 nicht mehr nutzen, um sich zu befreien, und der Bauer c4 bleibt schwach.
- 6.f3 – Weiß bereitet e4 vor, um mit dem Bauern f3 als Stütze ein großes Zentrum aufzubauen. Den Springer g1 entwickelt er noch nicht; er geht nach e2, um den f-Bauern nicht zu blockieren.
- 6...d5 – Schwarz trifft das Zentrum, bevor Weiß e4 spielt. Nun muss Weiß entscheiden, ob er auf d5 tauscht oder das Zentrum mit e3 verstärkt.
- 7.e3 – Weiß stützt d4 und öffnet die Diagonale des Läufers f1 nach d3. Der Plan bleibt e4, vorbereitet durch Ne2-g3 und die Rochade.
- 7...O-O – Schwarz bringt den König in Sicherheit und den Turm zum Zentrum. Bevor er entscheidet, wie er den Bauern c4 zurückgewinnt, will er die Entwicklung vollenden.
- 8.cxd5 – Weiß tauscht auf d5, um den Bauern c4 vom Druck zu befreien und e4 vorzubereiten: Das ist der Botwinnik-Plan mit f3, Ne2-g3 und e4.
- 8...exd5 – Schwarz schlägt mit dem Bauern zurück und behält einen Bauern auf d5 gegen e4. Der Bauer d5 sperrt das Zentrum und lässt die e-Linie halboffen für den Turm.
- 9.Bd3 – Weiß entwickelt den Läufer nach d3, wo er e4 stützt und auf h7 zielt. Er ist der stärkste weiße Läufer in dieser Struktur.
- 9...b6 – Schwarz bereitet ...Ba6 vor, um den Läufer d3, Weißens beste Figur, zu tauschen. Ohne diesen Läufer verliert der Vorstoß e4 einen Unterstützer.
- 10.Ne2 – Der Springer geht nach e2, um dann nach g3 zu springen, wo er e4 stützt, ohne den Bauern f3 zu blockieren. Er lässt außerdem das Feld f1 für die Rochade frei.
- 10...Ba6 – Der Läufer stellt sich auf a6, um den Tausch mit dem Läufer d3 anzubieten. So nimmt Schwarz e4 einen Verteidiger und lässt Weiß den Läufer c1, der von den Bauern c3, d4 und e3 eingesperrt ist.
- 11.O-O – Weiß rochiert, ohne auf a6 zu schlagen: Nach Bxa6 Nxa6 würde sich der schwarze Springer leicht entwickeln. Weiß bereitet Ng3 und e4 vor und überlässt Schwarz die Wahl des Tauschs.
- 11...Re8 – Der Turm besetzt die e-Linie und kontrolliert e4: Stößt Weiß e4 vor, wird der Bauer e4 nach ...dxe4 fxe4 vom Turm angegriffen.
- 12.Ng3 – Der Springer kommt nach g3, um e4 zu stützen. Weiß droht nun e4 mit vielen Figuren in Unterstützung.
- 12...Bxd3 – Schwarz tauscht den Läufer d3, bevor Weiß e4 vorstößt. Nach Qxd3 hat Weiß den Läufer c1, eingesperrt hinter den eigenen Bauern.
So nutzt du die Stellung
Weiß hat das Läuferpaar und bereitet e4 vor; Schwarz hat den Läufer d3 getauscht und eine gesunde Struktur. Nach Qxd3 bleibt der weiße Läufer c1 passiv hinter c3, d4 und e3.
- Stoppe e4: Ein Springer auf c6 und ein Turm auf e8 kontrollieren das Feld; bei e4 dxe4 fxe4 wird der Bauer e4 zum Ziel von Turm und Dame.
- Spiele ...Nc6 und ...Qd7 und, wenn nötig, ...c4, um den Damenflügel zu blockieren: Der Springer kann nach a5 und b3 gegen den Turm a1 gelangen.
- Öffne die c-Linie mit ...cxd4 und ...Rc8: Der Bauer c3 und der Bauer a3 werden feste Ziele.
- Halte d5 und f5 unter Kontrolle: Spielt Weiß f4-f5, antworte mit ...Ne4 oder ...Nbd7-f8, um den König zu verteidigen.
Tipps vom Meister
Stoppe e4 mit den Figuren
In der Sämisch gewinnt Weiß nur, wenn er e4 mit bereitstehenden Figuren durchsetzen kann.