Nimzowitsch-Indische & Bogo-Indische Verteidigung

17. Klassische Damenindische Verteidigung (4.g3 Bb7 5.Bg2 Be7)

Die Wahl von Anatoli Karpow: direkte Konfrontation der beiden fianchettierten Läufer entlang der Langdiagonale.

1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 b6 4.g3 Bb7 5.Bg2 Be7 6.O-O O-O 7.Nc3 Ne4 8.Qc2 Nxc3 9.Qxc3 c5 10.Rd1 d6 11.b3 Bf6 12.Bb2 Qe7

Zug für Zug

  1. 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern, von der Dame gedeckt, und befreit den Läufer c1. Mit diesem Zug beginnen Partien des Damengambits, des Katalanen und der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung.
  2. 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer zum Zentrum und verhindert sofort 2.e4. Mit Nf6 bleibt Schwarz flexibel: Er kann zwischen Nimzowitsch-Indisch, Damenindisch, Königsindisch oder abgelehntem Damengambit wählen.
  3. 2.c4 – Weiß gewinnt Raum am Damenflügel und greift aus der Ferne das Feld d5 an. Weiß droht nun, mit Nc3 und e4 ein großes Bauernzentrum aufzubauen.
  4. 2...e6 – Schwarz öffnet die Diagonale des Läufers f8 und bereitet sowohl d5 als auch Bb4 vor. Im Vergleich zu 2...d5 bleibt Schwarz elastisch: Er wartet ab, ob Weiß Nc3 spielt, was die Nimzowitsch-Indische Verteidigung ermöglicht.
  5. 3.Nf3 – Weiß entwickelt den Königsspringer statt Nc3 und weicht der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung aus: Ohne Springer auf c3 kann ...Bb4 nichts fesseln, aber Weiß kontrolliert e4 weniger.
  6. 3...b6 – Die Damenindische Verteidigung: Schwarz bereitet Bb7 oder Ba6 vor, um e4 und die hellen Felder zu kontrollieren. Ohne Springer auf c3 hätte ...Bb4 keine Fesselung.
  7. 4.g3 – Weiß bereitet das Fianchetto vor, um dem schwarzen Läufer auf der Langdiagonale entgegenzutreten. Der Läufer f1 wird den Bauern c4 jedoch nicht mehr decken.
  8. 4...Bb7 – Der Läufer geht auf die Langdiagonale, wo er dem Läufer g2 gegenübertritt und e4 kontrolliert. Es ist die klassische Linie der Damenindischen Verteidigung.
  9. 5.Bg2 – Weiß vollendet das Fianchetto: Die beiden Läufer stehen sich auf der Langdiagonale gegenüber. Weiß bereitet die Rochade und Nc3 vor.
  10. 5...Be7 – Schwarz entwickelt den Läufer nach e7 und bereitet die Rochade vor. Es ist die solideste Wahl: Der Läufer deckt f6 und legt sich nicht mit ...Bb4+ fest, das ohne Springer auf c3 nichts fesseln würde.
  11. 6.O-O – Weiß rochiert und bringt den König in Sicherheit. Nun bereitet er Nc3 vor, um e4 und d5 zu kontrollieren.
  12. 6...O-O – Schwarz rochiert und vollendet die Entwicklung des Königsflügels. Nun geht der Kampf um das Feld e4.
  13. 7.Nc3 – Weiß entwickelt den Springer in Richtung e4 und d5: Er droht mit Qc2 und e4, das Zentrum zu nehmen.
  14. 7...Ne4 – Der Springer besetzt e4, bevor Weiß Qc2 und e4 spielt. Schwarz bietet den Springertausch an, um die Stellung zu entlasten und e4 zu kontrollieren.
  15. 8.Qc2 – Die Dame greift den Springer e4 an und bereitet das Zurückschlagen auf c3 mit der Dame vor, womit Doppelbauern vermieden werden.
  16. 8...Nxc3 – Schwarz tauscht die Springer: Nach Qxc3 hat Weiß keinen Springer mehr, um e4 mit Kraft vorzustoßen, und die schwarze Stellung ist freier.
  17. 9.Qxc3 – Die Dame schlägt auf c3 zurück, wo sie die Langdiagonale und den Bauern d4 kontrolliert. Weiß bereitet nun b3 und Bb2 vor.
  18. 9...c5 – Schwarz greift d4 an und bereitet ...cxd4 oder ...d6 mit einer igelartigen Struktur vor. Der Bauer c5 kontrolliert außerdem d4 und b4.
  19. 10.Rd1 – Der Turm geht auf die d-Linie, hinter den Bauern d4. Weiß bereitet dxc5 oder d5 vor, um die Linie gegen den d-Bauern zu öffnen.
  20. 10...d6 – Schwarz schließt die d-Linie mit dem Bauern auf d6, der e5 kontrolliert und c5 stützt. Er bereitet ...Bf6 und ...Nd7 mit einer igelartigen Struktur vor.
  21. 11.b3 – Weiß bereitet Bb2 auf der Langdiagonale vor, gegen den künftigen schwarzen Läufer auf f6. Der Bauer b3 deckt außerdem c4.
  22. 11...Bf6 – Der Läufer geht nach f6 und drückt von der Langdiagonale aus auf d4 und die Dame c3. Schwarz bereitet ...Nc6 vor, um den Druck auf d4 zu erhöhen.
  23. 12.Bb2 – Weiß entwickelt den Läufer auf die Langdiagonale und deckt d4. Weiß hat nun die Entwicklung abgeschlossen.
  24. 12...Qe7 – Die Dame geht nach e7, wo sie den Läufer f6 deckt und das Feld d8 für den Turm freilässt. Schwarz bereitet ...Nc6 oder ...Nd7 vor.

So nutzt du die Stellung

Solide Stellung für Schwarz mit igelartiger Struktur: Weiß hat mehr Raum, Schwarz hat gut platzierte Figuren und Druck auf d4. Das Spiel ist ausgeglichen.

Tipps vom Meister

Den Springer c3 mit ...Ne4 tauschen

Der Springer c3 ist die Figur, die e4 stützt: Ihn zu tauschen befreit die schwarze Stellung.

Musterpartien