Damengambit & Slawische Verteidigung

10. Tschebanenko-Variante (4...a6)

Die ultraflexible moderne Waffe: Sie bereitet b5 vor, ohne das Zentrum voreilig aufzugeben.

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Nf3 Nf6 4.Nc3 a6 5.e3 b5 6.b3 Bg4 7.Be2 e6 8.O-O Nbd7 9.h3 Bh5 10.Bb2 Bd6 11.Ne5 Bxe2 12.Nxe2 Qc7

Zug für Zug

  1. 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern, der bereits von der Dame gedeckt ist, und öffnet die Diagonale für den Läufer c1. Der Repertoireplan ist c4 im nächsten Zug, um sofort den schwarzen Bauern auf d5 anzugreifen.
  2. 1...d5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Der Bauer d5 verhindert e4 und kämpft um das Zentrum. Weiß kann ihn jetzt mit dem c-Bauern von der Seite angreifen.
  3. 2.c4 – Das Damengambit greift d5 mit einem Flügelbauern an. Es ist kein echtes Opfer: Nach 2...dxc4 holt sich Weiß den Bauern mit e3 und Bxc4 zurück oder besetzt das Zentrum mit e4.
  4. 2...c6 – Slawische Verteidigung: Schwarz stützt d5 mit dem c-Bauern und lässt die Diagonale des Läufers c8 frei, der vor ...e6 nach f5 oder g4 herauskommen kann. Dafür verzichtet er vorerst auf den Vorstoß ...c5.
  5. 3.Nf3 – Der Springer deckt d4 und kontrolliert e5, wodurch ...e5 verhindert wird. Es ist der flexibelste Zug: Weiß wartet ab, wohin der schwarze Läufer c8 geht.
  6. 3...Nf6 – Schwarz entwickelt und deckt d5. Die Hauptwahlmöglichkeiten sind nun ...dxc4, ...a6 oder ...e6 mit dem Semi-Slawischen.
  7. 4.Nc3 – Der Springer greift d5 ein zweites Mal an und bereitet e4 vor. Schwarz kann jetzt auf c4 schlagen, weil Weiß noch kein e3 hat, um sofort mit dem Läufer zurückzunehmen.
  8. 4...a6 – Tschebanenko-Variante: Schwarz bereitet ...b5 vor, um Raum am Damenflügel zu gewinnen und ...dxc4 zu drohen. Es ist ein sehr flexibler Wartezug.
  9. 5.e3 – Weiß festigt das Zentrum und bereitet Bd3 vor. Wenn Schwarz auf c4 nimmt, schlägt der Läufer f1 zurück.
  10. 5...b5 – Schwarz greift c4 an und gewinnt Raum. Es droht jetzt ...bxc4 oder ...dxc4 gefolgt von ...b5.
  11. 6.b3 – Der Bauer stützt c4, ohne die Stellung zu schließen: Weiß hält die Spannung und bereitet Bb2 vor.
  12. 6...Bg4 – Der Läufer kommt vor ...e6 nach g4 und fesselt den Springer f3. Es ist das aktivste Feld für den weißfeldrigen Läufer in dieser Struktur.
  13. 7.Be2 – Der Läufer löst die Fesselung auf den Springer f3 und bereitet die Rochade vor. Weiß hat keine Eile, das Zentrum zu öffnen.
  14. 7...e6 – Schwarz öffnet den Läufer f8 und verstärkt d5. Die Struktur c6-d5-e6 ist solide.
  15. 8.O-O – Der König geht in Sicherheit. Weiß kann jetzt an h3 denken, um den Läufer g4 zur Entscheidung zu zwingen.
  16. 8...Nbd7 – Der Springer entwickelt sich und kontrolliert e5. Schwarz bereitet ...Bd6 und die Rochade vor.
  17. 9.h3 – Der Bauer fordert den Läufer g4 zur Entscheidung auf: Nach ...Bxf3 hat Weiß das Läuferpaar, nach ...Bh5 entfernt sich der Läufer vom Zentrum.
  18. 9...Bh5 – Der Läufer hält die Fesselung auf den Springer f3. Auf h5 kann er jedoch mit Ne5 gefolgt von der Rückeroberung auf e2 getauscht werden.
  19. 10.Bb2 – Der Läufer entwickelt sich auf der langen Diagonale a1-h8 und stützt d4. Er bereitet Ne5 vor.
  20. 10...Bd6 – Der Läufer zielt auf h2 und kontrolliert e5. Mit ...Qc7 schafft Schwarz eine Batterie auf dieser Diagonale.
  21. 11.Ne5 – Der Springer zentralisiert sich auf e5 und öffnet die Diagonale des Läufers e2 nach h5: Jetzt muss der schwarze Läufer getauscht werden oder sich zurückziehen.
  22. 11...Bxe2 – Schwarz tauscht die weißfeldrigen Läufer, bevor er seinen verliert. So nimmt er Weiß auch einen Verteidiger.
  23. 12.Nxe2 – Weiß schlägt mit dem Springer c3 zurück, der von e2 aus nach f4 oder g3 gehen kann. Die Dame bleibt frei, nach c2 zu gehen.
  24. 12...Qc7 – Die Dame bildet mit dem Läufer d6 eine Batterie auf der Diagonale nach h2 und greift den Springer e5 ein zweites Mal an.

So nutzt du die Stellung

Weiß hat einen starken Springer auf e5 und mehr Raum; Schwarz hat eine solide Struktur und Druck auf e5.

Tipps vom Meister

Der Tausch des Läufers g4

Gegen ...Bg4 und ...Bh5 öffnet Ne5 die Diagonale von Be2 und zwingt Schwarz, den weißfeldrigen Läufer zu tauschen.

Musterpartien