Damengambit & Slawische Verteidigung

20. Marshall-Gambit (3...e6 4.e4 dxe4 5.Nxe4 Bb4+)

Weiß opfert einen Bauern, um einen verheerenden Angriff am Königsflügel zu erhalten.

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Nc3 e6 4.e4 dxe4 5.Nxe4 Bb4+ 6.Bd2 Qxd4 7.Bxb4 Qxe4+ 8.Be2 Na6 9.Ba5 b6 10.Qd6 Bd7 11.Bc3 f6 12.Nf3 Nh6

Zug für Zug

  1. 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern, der bereits von der Dame gedeckt ist, und öffnet die Diagonale für den Läufer c1. Der Repertoireplan ist c4 im nächsten Zug, um sofort den schwarzen Bauern auf d5 anzugreifen.
  2. 1...d5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Der Bauer d5 verhindert e4 und kämpft um das Zentrum. Weiß kann ihn jetzt mit dem c-Bauern von der Seite angreifen.
  3. 2.c4 – Das Damengambit greift d5 mit einem Flügelbauern an. Es ist kein echtes Opfer: Nach 2...dxc4 holt sich Weiß den Bauern mit e3 und Bxc4 zurück oder besetzt das Zentrum mit e4.
  4. 2...c6 – Slawische Verteidigung: Schwarz stützt d5 mit dem c-Bauern und lässt die Diagonale des Läufers c8 frei, der vor ...e6 nach f5 oder g4 herauskommen kann. Dafür verzichtet er vorerst auf den Vorstoß ...c5.
  5. 3.Nc3 – Der Springer entwickelt sich und bereitet e4 vor. Schwarz kann mit ...e6 antworten, um das Dreieck c6-d5-e6 zu bilden.
  6. 3...e6 – Schwarz verstärkt d5 mit dem Dreieck c6-d5-e6. Weiß kann jetzt das Marshall-Gambit mit 4.e4 spielen.
  7. 4.e4 – Marshall-Gambit: Weiß besetzt das Zentrum und bietet den Bauern d4 an, um Entwicklungsvorsprung und einen Angriff auf die schwarzen Felder zu erhalten.
  8. 4...dxe4 – Schwarz schlägt auf e4 und nimmt die Herausforderung an. Weiß nimmt mit dem Springer zurück.
  9. 5.Nxe4 – Der Springer nimmt auf e4 zurück und zentralisiert sich. Der Bauer d4 wird jedoch nicht mehr vom Springer c3 gedeckt.
  10. 5...Bb4+ – Schwarz gibt mit dem Läufer Schach, um den Läufer c1 abzulenken und dann d4 mit der Dame zu nehmen.
  11. 6.Bd2 – Weiß blockt das Schach mit dem Läufer und bietet den Bauern d4 an: Das ist das Herzstück des Marshall-Gambits.
  12. 6...Qxd4 – Die Dame nimmt d4 und greift den Springer e4 und den Läufer d2 an. Sie droht jetzt ...Qxe4+.
  13. 7.Bxb4 – Weiß schlägt den Läufer b4, den Verteidiger der schwarzen Felder von Schwarz. Schwarz nimmt den Springer mit Schach.
  14. 7...Qxe4+ – Die Dame schlägt den Springer mit Schach. Weiß hat einen Bauern weniger, aber die schwarzen Felder von Schwarz sind schwach.
  15. 8.Be2 – Weiß blockt das Schach und entwickelt den Läufer. Schwarz hat einen Mehrbauern, aber Weiß hat einen großen Entwicklungsvorsprung.
  16. 8...Na6 – Der Springer greift den Läufer b4 an und entwickelt sich. Schwarz versucht, Zeit zu gewinnen.
  17. 9.Ba5 – Der Läufer geht nach a5 und kontrolliert d8 und c7: Solange er dort bleibt, kann Schwarz nicht lang rochieren.
  18. 9...b6 – Schwarz vertreibt den Läufer a5 und bereitet ...Bb7 vor. Der Bauer b6 schwächt jedoch c6.
  19. 10.Qd6 – Die Dame zieht nach d6 und verhindert die kurze Rochade von Schwarz, indem sie f8 kontrolliert. Der schwarze König bleibt im Zentrum.
  20. 10...Bd7 – Der Läufer entwickelt sich und bereitet ...O-O-O vor. Das Feld d7 steht jedoch unter dem Feuer der Dame d6.
  21. 11.Bc3 – Der Läufer kehrt auf die lange Diagonale a1-h8 zurück und greift g7 an. Schwarz muss den Königsflügel verteidigen.
  22. 11...f6 – Schwarz schließt die Diagonale und kontrolliert e5. Der Bauer f6 schwächt jedoch e6.
  23. 12.Nf3 – Der Springer entwickelt sich und bereitet die Rochade vor. Weiß hat alle Figuren bereit.
  24. 12...Nh6 – Der Springer entwickelt sich und bereitet ...Nf7 vor, um die Dame d6 zu vertreiben.

So nutzt du die Stellung

Weiß hat einen Bauern weniger, aber einen großen Entwicklungsvorsprung und die Dame auf d6; der schwarze König kann nicht rochieren.

Tipps vom Meister

Die Dame auf d6

Im Marshall-Gambit verhindert die Dame auf d6 die Rochade von Schwarz und blockiert seine Entwicklung.

Musterpartien