Damenindische Verteidigung

2. QID 4...Ba6 gegen 5.Qc2 und der Gegenstoß ...c5!

Sofort im Zentrum durchbrechen, sobald die weiße Dame nach c2 zieht.

1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 b6 4.g3 Ba6 5.Qc2 c5 6.d5 exd5 7.cxd5 d6 8.Bg2 g6

Zug für Zug

  1. 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern, von der Dame gedeckt, und befreit den Läufer c1. Mit diesem Zug beginnen Partien des Damengambits, des Katalanen und der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung.
  2. 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer zum Zentrum und verhindert sofort 2.e4. Mit Nf6 bleibt Schwarz flexibel: Er kann zwischen Nimzowitsch-Indisch, Damenindisch, Königsindisch oder abgelehntem Damengambit wählen.
  3. 2.c4 – Weiß gewinnt Raum am Damenflügel und greift aus der Ferne das Feld d5 an. Weiß droht nun, mit Nc3 und e4 ein großes Bauernzentrum aufzubauen.
  4. 2...e6 – Schwarz öffnet die Diagonale des Läufers f8 und bereitet sowohl d5 als auch Bb4 vor. Im Vergleich zu 2...d5 bleibt Schwarz elastisch: Er wartet ab, ob Weiß Nc3 spielt, was die Nimzowitsch-Indische Verteidigung ermöglicht.
  5. 3.Nf3 – Weiß entwickelt den Königsspringer statt Nc3 und weicht der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung aus: Ohne Springer auf c3 kann ...Bb4 nichts fesseln, aber Weiß kontrolliert e4 weniger.
  6. 3...b6 – Die Damenindische Verteidigung: Schwarz bereitet Bb7 oder Ba6 vor, um e4 und die hellen Felder zu kontrollieren. Ohne Springer auf c3 hätte ...Bb4 keine Fesselung.
  7. 4.g3 – Weiß bereitet das Fianchetto vor, um dem schwarzen Läufer auf der Langdiagonale entgegenzutreten. Der Läufer f1 wird den Bauern c4 jedoch nicht mehr decken.
  8. 4...Ba6 – Der Läufer greift den Bauern c4 an, den der Läufer f1 nach g3 nicht mehr decken kann. Weiß muss ihn mit b3, Qa4, Qc2 oder Nbd2 schützen.
  9. 5.Qc2 – Die Dame deckt den Bauern c4 und kontrolliert e4. Sie lässt aber die d-Linie und den Bauern d4 ohne ihre Hauptstütze.
  10. 5...c5 – Schwarz greift sofort d4 an und nutzt aus, dass die Dame d1 verlassen hat. Reagiert Weiß nicht, beseitigt ...cxd4 den weißen Zentrumsbauern.
  11. 6.d5 – Weiß stößt d5 vor, um Raum zu gewinnen und die Diagonale des Läufers b7 zu schließen. Der Bauer d5 wird aber von ...exd5 angegriffen.
  12. 6...exd5 – Schwarz tauscht auf d5, um die e-Linie zu öffnen und Weiß den Bauern c4 zu nehmen. Die entstehende Struktur erinnert an eine Benoni.
  13. 7.cxd5 – Weiß schlägt mit dem c-Bauern zurück und behält einen vorgeschobenen Bauern auf d5, der Schwarz Raum nimmt. Der Läufer a6 hat nun keinen Bauern c4 mehr anzugreifen.
  14. 7...d6 – Schwarz stoppt den Bauern d5 und kontrolliert e5 und c5. Die Struktur ist die der Benoni: Schwarz hat die Mehrheit am Damenflügel.
  15. 8.Bg2 – Weiß vollendet das Fianchetto: Der Läufer g2 stützt d5 und kontrolliert die Langdiagonale. Er bereitet die Rochade und Nc3 vor.
  16. 8...g6 – Schwarz bereitet das Fianchetto des Läufers f8 vor: Auf g7 wird der Läufer e5 und die dunkle Langdiagonale kontrollieren, wie in der Benoni-Verteidigung.

So nutzt du die Stellung

Benoni-Struktur: Weiß hat den Bauern d5 und mehr Raum im Zentrum, Schwarz hat die Mehrheit am Damenflügel und den aktiven Läufer a6. Die Stellung ist dynamisch und ausgeglichen.

Tipps vom Meister

Mit ...c5 gegen Qc2 durchbrechen

Die Dame auf c2 deckt d4 nicht mehr: Es ist der Moment, mit ...c5 zuzuschlagen.

Musterpartien