Damenindische Verteidigung

16. QID 4.e3: ...Nxc3 und ...Qf6, die Falle des Vorstoßes e4

Gegen das Schema 4.e3 besetzt Schwarz e4 mit dem Springer, stützt ihn mit ...f5 und tauscht ihn dann auf c3, womit er die weißen Bauern verdoppelt. Mit ...Qf6 bereitet er den Angriff am Königsflügel vor; stößt Weiß e4 vor, gewinnt ...fxe4 eine Figur.

1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 b6 4.e3 Bb7 5.Bd3 Ne4 6.O-O f5 7.Nc3 Nxc3 8.bxc3 Qf6

Zug für Zug

  1. 1.d4 – Weiß besetzt das Zentrum mit dem Damenbauern, von der Dame gedeckt, und befreit den Läufer c1. Mit diesem Zug beginnen Partien des Damengambits, des Katalanen und der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung.
  2. 1...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer zum Zentrum und verhindert sofort 2.e4. Mit Nf6 bleibt Schwarz flexibel: Er kann zwischen Nimzowitsch-Indisch, Damenindisch, Königsindisch oder abgelehntem Damengambit wählen.
  3. 2.c4 – Weiß gewinnt Raum am Damenflügel und greift aus der Ferne das Feld d5 an. Weiß droht nun, mit Nc3 und e4 ein großes Bauernzentrum aufzubauen.
  4. 2...e6 – Schwarz öffnet die Diagonale des Läufers f8 und bereitet sowohl d5 als auch Bb4 vor. Im Vergleich zu 2...d5 bleibt Schwarz elastisch: Er wartet ab, ob Weiß Nc3 spielt, was die Nimzowitsch-Indische Verteidigung ermöglicht.
  5. 3.Nf3 – Weiß entwickelt den Königsspringer statt Nc3 und weicht der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung aus: Ohne Springer auf c3 kann ...Bb4 nichts fesseln, aber Weiß kontrolliert e4 weniger.
  6. 3...b6 – Die Damenindische Verteidigung: Schwarz bereitet Bb7 oder Ba6 vor, um e4 und die hellen Felder zu kontrollieren. Ohne Springer auf c3 hätte ...Bb4 keine Fesselung.
  7. 4.e3 – Weiß wählt ein ruhiges Schema: Er verstärkt d4 und öffnet die Diagonale des Läufers f1 nach d3. Der Läufer c1 bleibt jedoch hinter e3 eingesperrt.
  8. 4...Bb7 – Schwarz entwickelt den Läufer auf die Langdiagonale, von wo er e4 kontrolliert. Mit dem weißen Läufer auf d3 wird der Kampf um e4 zum Hauptthema.
  9. 5.Bd3 – Weiß entwickelt den Läufer nach d3, wo er e4 kontrolliert und auf h7 zielt. Er bereitet die Rochade vor.
  10. 5...Ne4 – Der Springer besetzt sofort e4, gestützt vom Läufer b7. Schwarz will ihn mit ...f5 im holländischen Stil verstärken.
  11. 6.O-O – Weiß rochiert und bringt den König in Sicherheit. Er bereitet Nc3 oder Nfd2 vor, um den Springer e4 zu tauschen.
  12. 6...f5 – Schwarz stützt den Springer e4 mit dem f-Bauern: Die Struktur erinnert an die Holländische Verteidigung und der Springer lässt sich schwer vertreiben.
  13. 7.Nc3 – Weiß entwickelt den Springer und greift den Springer e4 an. Schwarz sollte nun wissen, dass ein Tausch auf e4 für Weiß nicht immer günstig ist.
  14. 7...Nxc3 – Schwarz tauscht den Springer e4, statt ihn zu stützen: Nach bxc3 hat Weiß Doppelbauern auf c3 und c4. Weiß erhält aber die b-Linie und mehr Kontrolle über d4.
  15. 8.bxc3 – Weiß schlägt mit dem b-Bauern zum Zentrum hin zurück. Er denkt nun an e4, um die Diagonale des Läufers c1 zu öffnen und das Zentrum zu nehmen.
  16. 8...Qf6 – Die Dame geht nach f6, von wo sie nach h6 oder g6 gehen kann, um den weißen König anzugreifen. Stößt Weiß nun e4 vor, greift ...fxe4 gleichzeitig den Läufer d3 und den Springer f3 an.

So nutzt du die Stellung

Weiß hat Doppelbauern auf c3 und c4 und ein starkes Zentrum; Schwarz hat eine holländische Struktur und die Dame bereit für den Königsflügel. Der Vorstoß e4 von Weiß ist eine Falle: Nach 9.e4? fxe4 greift der Bauer den Läufer d3 und den Springer f3 an, und Weiß verliert eine Figur.

Tipps vom Meister

Die Bauerngabel auf e4

Mit dem Bauern auf f5 erlaubt ein weißer Vorstoß e4 das ...fxe4 mit Doppelangriff auf d3 und f3.