36. Anti-Marshall 8.a4 mit der Antwort 8...Bb7
Stützt Schwarz b5 durch die Entwicklung des Läufers nach b7, öffnet Weiß die a-Linie oder manövriert mit d3 und Nc3 und behält so überlegene dynamische Kontrolle.
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Be7 6.Re1 b5 7.Bb3 O-O 8.a4 Bb7 9.d3 d6 10.Nc3 b4 11.Ne2 Na5 12.Ba2 c5
Zug für Zug
- 1.e4 – Weiß besetzt das Zentrum und öffnet die Diagonalen für Dame und Läufer f1. In der Spanischen Partie wird dieser Bauer oft im Mittelpunkt des Kampfes stehen: Schwarz greift ihn mit ...Nf6 an und schlägt ihn in der Offenen Variante sogar mit ...Nxe4.
- 1...e5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Es streitet um d4 und f4, verhindert e4-e5 und befreit den Läufer f8. Von hier aus baut Weiß die gesamte Spanische Partie auf dem Druck gegen diesen Bauern auf.
- 2.Nf3 – Entwickelt den Springer mit direktem Angriff auf den Bauern e5, der nun verteidigt werden muss. Der Springer bereitet außerdem die kurze Rochade vor und unterstützt einen späteren Vorstoß d2-d4.
- 2...Nc6 – Deckt e5, entwickelt eine Figur und kontrolliert d4. Gerade dieser Springer, der einzige Verteidiger von e5, wird das Ziel des nächsten Zuges von Weiß.
- 3.Bb5 – Die Spanische Partie: Der Läufer greift den Springer c6 an, den Verteidiger von e5. Eine unmittelbare Drohung gibt es noch nicht (Bxc6 dxc6 Nxe5 Qd4 gewinnt den Bauern zurück), aber der Druck auf c6 begleitet die ganze Eröffnung.
- 3...a6 – Der Zug von Morphy: Er verlangt vom Läufer sofort eine Entscheidung. Nach 4.Ba4 kann Schwarz die Fesselung mit ...b5 jederzeit lösen; nach 4.Bxc6 erhält es das Läuferpaar.
- 4.Ba4 – Der Läufer zieht sich zurück, behält aber den Druck auf c6: Die Drohung Bxc6 mit anschließendem Nxe5 wird wieder aktuell, sobald Weiß rochiert hat. Schwarz kann die Diagonale jederzeit mit ...b5 unterbrechen.
- 4...Nf6 – Entwickelt den Springer mit Angriff auf e4. Das ist der Hauptzug: Er führt zur Geschlossenen Spanischen Partie mit ...Be7 oder zur Offenen Variante mit ...Nxe4.
- 5.O-O – Rochiert, ohne e4 zu decken: Nimmt Schwarz mit ...Nxe4, gewinnt Weiß den Bauern mit Re1 oder d4 zurück und nutzt den noch im Zentrum stehenden schwarzen König aus.
- 5...Be7 – Die Geschlossene Spanische Partie: Schwarz nimmt e4 nicht und entwickelt den Läufer, um zu rochieren. Von e7 schützt er den König und lässt das Feld f6 für den Springer frei.
- 6.Re1 – Der Turm deckt e4. Nun droht Weiß wirklich Bxc6 dxc6 Nxe5, denn der Rückgewinn mit ...Qd4 funktioniert bei gedecktem e4 nicht mehr.
- 6...b5 – Schwarz vertreibt den Läufer von a4 und löst die Drohung gegen c6. Es gewinnt Raum am Damenflügel, doch der Bauer b5 wird zum Ziel für a2-a4.
- 7.Bb3 – Der Läufer zieht sich auf die Diagonale a2-g8 zurück, von wo er f7 anvisiert und einen späteren Vorstoß d4 stützt. Es ist das natürliche Feld in der Geschlossenen Spanischen Partie.
- 7...O-O – Schwarz rochiert, bevor es das Zentrum entscheidet: Spielt Weiß 8.c3, kann Schwarz 8...d5 antworten, den Marshall-Angriff. Deshalb stehen Weiß die Anti-Marshall-Züge zur Verfügung.
- 8.a4 – Das gebräuchlichste Anti-Marshall-System: Statt c3 greift Weiß sofort b5 an. Spielt Schwarz 8...d5, macht die Spannung am Damenflügel das Gambit weniger wirksam.
- 8...Bb7 – Gegen 8.a4 geht der Läufer nach b7: Er deckt den Turm a8, sodass axb5 axb5 Rxa8 nichts gewinnt, und drückt hinter dem Springer c6 auf e4.
- 9.d3 – Deckt e4 und bereitet die Entwicklung mit Nc3 oder Nbd2 vor.
- 9...d6 – Mit dem Läufer bereits auf b7 stützt Schwarz e5 und bereitet ...b4 oder ...Na5 vor, je nachdem, wie Weiß den Springer b1 entwickelt.
- 10.Nc3 – Der Springer greift b5 zusammen mit dem Bauern a4 an: Schwarz muss entscheiden, wie es ihn deckt.
- 10...b4 – Schwarz vertreibt den Springer und schließt den Damenflügel, um den Preis des Feldes c4.
- 11.Ne2 – Der Springer zieht sich nach e2 zurück, um nach g3 zum Königsflügel zu gehen.
- 11...Na5 – Mit dem weißen Springer auf e2 geht der schwarze Springer nach a5 und greift den Läufer b3 an, der zwischen a2 und dem Tausch wählen muss.
- 12.Ba2 – Der Läufer zieht sich nach a2 zurück und bleibt auf der Diagonale a2-g8, auf f7 zielend.
- 12...c5 – Schwarz gewinnt Raum am Damenflügel und stützt b4. Der Springer a5 kann nach c6 zurückkehren.
So nutzt du die Stellung
Geschlossene Struktur: Schwarz hat Raum am Damenflügel, Weiß eine gute Stellung am Königsflügel und den Läufer a2 auf f7 gerichtet.
- Bringe den Springer e2 nach g3 und dann nach f5.
- Bereite c3 vor, um b4 anzugreifen und die c-Linie zu öffnen.
- Nh4-f5 oder Ng5 nutzen den Läufer a2, der auf f7 zielt.
- Halte e4 mit d3 und Re1 gegen den Druck des Läufers b7 geschützt.
Tipps vom Meister
Die a-Linie beherrschen
Nach 8...Bb7 9.d3 d6 10.Nc3 muss sich Schwarz ständig um die Spannung zwischen den Bauern a4 und b5 sorgen.