Spanische Partie

29. Berliner Verteidigung: Bestrafung des Fehlers 5...exd4?!

Nach 4.O-O Nxe4 5.d4 ist der richtige Zug 5...Nd6. Schlägt Schwarz 5...exd4, spielt Weiß 6.Re1 und fesselt den Springer e4 auf der e-Linie; nach 6...d5 7.Nxd4 Bd7 8.Bxc6 bxc6 9.f3 fällt der gefesselte Springer.

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Nf6 4.O-O Nxe4 5.d4 exd4 6.Re1 d5 7.Nxd4 Bd7 8.Bxc6 bxc6 9.f3

Zug für Zug

  1. 1.e4 – Weiß besetzt das Zentrum und öffnet die Diagonalen für Dame und Läufer f1. In der Spanischen Partie wird dieser Bauer oft im Mittelpunkt des Kampfes stehen: Schwarz greift ihn mit ...Nf6 an und schlägt ihn in der Offenen Variante sogar mit ...Nxe4.
  2. 1...e5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Es streitet um d4 und f4, verhindert e4-e5 und befreit den Läufer f8. Von hier aus baut Weiß die gesamte Spanische Partie auf dem Druck gegen diesen Bauern auf.
  3. 2.Nf3 – Entwickelt den Springer mit direktem Angriff auf den Bauern e5, der nun verteidigt werden muss. Der Springer bereitet außerdem die kurze Rochade vor und unterstützt einen späteren Vorstoß d2-d4.
  4. 2...Nc6 – Deckt e5, entwickelt eine Figur und kontrolliert d4. Gerade dieser Springer, der einzige Verteidiger von e5, wird das Ziel des nächsten Zuges von Weiß.
  5. 3.Bb5 – Die Spanische Partie: Der Läufer greift den Springer c6 an, den Verteidiger von e5. Eine unmittelbare Drohung gibt es noch nicht (Bxc6 dxc6 Nxe5 Qd4 gewinnt den Bauern zurück), aber der Druck auf c6 begleitet die ganze Eröffnung.
  6. 3...Nf6 – Die Berliner Verteidigung: Statt ...a6 greift Schwarz sofort e4 mit dem Springer an. Sie ist eine der solidesten Verteidigungen gegen die Spanische Partie und führt oft zu einem vorgezogenen Endspiel.
  7. 4.O-O – Weiß rochiert, ohne e4 zu decken: Nimmt Schwarz es, erlauben die e-Linie und der Vorstoß d4, den Bauern zurückzugewinnen, solange der schwarze König noch im Zentrum steht.
  8. 4...Nxe4 – Schwarz nimmt e4: Das ist die Hauptlinie der Berliner Verteidigung. Weiß kann nicht sofort mit Re1 zurückgewinnen, weil sich der Springer mit Tempo auf den Läufer nach d6 zurückzieht.
  9. 5.d4 – Die stärkste Antwort: Sie öffnet das Zentrum und droht Re1 und d5. Der Springer e4 muss ziehen, denn auf der e-Linie ist der schwarze König verwundbar.
  10. 5...exd4 – Fehler: Schwarz schlägt auf d4, statt den Springer nach d6 zurückzuziehen. Nun öffnet sich die e-Linie, während der schwarze König noch auf e8 steht, und der Springer e4 bleibt gefesselt.
  11. 6.Re1 – Der Turm fesselt den Springer e4 an den König e8: Schwarz muss ihn sofort decken.
  12. 6...d5 – Der Bauer d5 deckt den Springer e4. Schwarz hat keine brauchbare Alternative, um die Figur zu halten.
  13. 7.Nxd4 – Gewinnt den Bauern zurück und greift den Springer c6 ein zweites Mal an.
  14. 7...Bd7 – Schwarz löst die Fesselung des Springers c6, aber nicht die des Springers e4.
  15. 8.Bxc6 – Weiß tauscht auf c6, um einen Verteidiger zu beseitigen und Schwarz mit schwachen Bauern zurückzulassen. Der Springer d4 bleibt im Zentrum.
  16. 8...bxc6 – Schwarz schlägt mit dem b-Bauern zurück. Doch der Springer e4 ist weiter gefesselt und nur vom Bauern d5 gedeckt.
  17. 9.f3 – Der Bauer greift den gefesselten Springer an, der nicht ziehen kann, ohne den König im Schach zu lassen. Schwarz verliert die Figur und erhält höchstens einen oder zwei Bauern.

So nutzt du die Stellung

Der Springer e4 ist an den König gefesselt und wird vom Bauern f3 angegriffen: Weiß gewinnt eine Figur, höchstens für einen oder zwei Bauern. Die Falle entsteht durch die offene e-Linie bei noch auf e8 stehendem schwarzem König; mit Schwarz vermeidet man sie durch 5...Nd6.

Tipps vom Meister

Der Springer e4 an den König gefesselt

Das Schlagen 5...exd4 öffnet die e-Linie vor dem nicht rochierten schwarzen König: 6.Re1 fesselt den Springer e4.