Spanische Partie

52. Positionelles Schliemann-Gambit mit 4.d3

Willst du die wilden Verwicklungen des Schliemann vermeiden, ist 4.d3 die perfekte Waffe: Es schützt e4, behält die Kontrolle über das Zentrum und lässt Schwarz mit den durch den Vorstoß ...f5 entstandenen Schwächen zurück.

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 f5 4.d3 fxe4 5.dxe4 Nf6 6.O-O Bc5 7.Nc3 d6 8.Bg5 O-O 9.Nd5

Zug für Zug

  1. 1.e4 – Weiß besetzt das Zentrum und öffnet die Diagonalen für Dame und Läufer f1. In der Spanischen Partie wird dieser Bauer oft im Mittelpunkt des Kampfes stehen: Schwarz greift ihn mit ...Nf6 an und schlägt ihn in der Offenen Variante sogar mit ...Nxe4.
  2. 1...e5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Es streitet um d4 und f4, verhindert e4-e5 und befreit den Läufer f8. Von hier aus baut Weiß die gesamte Spanische Partie auf dem Druck gegen diesen Bauern auf.
  3. 2.Nf3 – Entwickelt den Springer mit direktem Angriff auf den Bauern e5, der nun verteidigt werden muss. Der Springer bereitet außerdem die kurze Rochade vor und unterstützt einen späteren Vorstoß d2-d4.
  4. 2...Nc6 – Deckt e5, entwickelt eine Figur und kontrolliert d4. Gerade dieser Springer, der einzige Verteidiger von e5, wird das Ziel des nächsten Zuges von Weiß.
  5. 3.Bb5 – Die Spanische Partie: Der Läufer greift den Springer c6 an, den Verteidiger von e5. Eine unmittelbare Drohung gibt es noch nicht (Bxc6 dxc6 Nxe5 Qd4 gewinnt den Bauern zurück), aber der Druck auf c6 begleitet die ganze Eröffnung.
  6. 3...f5 – Das Schliemann-Gambit: Schwarz greift sofort e4 an und öffnet die f-Linie. Es ist aggressiv, schwächt aber die Diagonale e8-h5 und den Königsflügel.
  7. 4.d3 – Ruhigere Variante: d3 deckt e4 und überlässt Schwarz die Wahl, auf e4 zu tauschen.
  8. 4...fxe4 – Schwarz tauscht auf e4 und öffnet die f-Linie.
  9. 5.dxe4 – Weiß schlägt zurück und öffnet die d-Linie. Schwarz hat die f-Linie, doch der Bauer e5 ist vom Rest der Struktur isoliert.
  10. 5...Nf6 – Nach 5.dxe4 greift der schwarze Springer e4 an, das nun nur von der Dame d1 gedeckt wird: Weiß muss es schützen.
  11. 6.O-O – Weiß rochiert und stellt den Turm auf f1 gegenüber der f-Linie, die Schwarz mit ...fxe4 geöffnet hat.
  12. 6...Bc5 – Der Läufer geht nach c5, Richtung f2, gestützt von der offenen f-Linie.
  13. 7.Nc3 – Der Springer c3 deckt e4 und bereitet Nd5 gegen den Springer f6 vor.
  14. 7...d6 – Schwarz stützt e5, das ohne den f-Bauern daneben dasteht, und öffnet die Diagonale des Läufers c8.
  15. 8.Bg5 – Der Läufer fesselt den Springer f6 an die Dame.
  16. 8...O-O – Schwarz rochiert und der Turm f8 zielt auf der f-Linie nach f2.
  17. 9.Nd5 – Der Springer greift den gefesselten Springer f6 an: Nun wird er zweimal angegriffen, und Bxf6 wird den schwarzen Königsflügel ruinieren.

So nutzt du die Stellung

Weiß hat eine solide Stellung und Druck auf den Springer f6; Schwarz hat die f-Linie und den aktiven Läufer auf c5.

Tipps vom Meister

Die durch ...f5 entstandenen Schwächen ausnutzen

Nach 4.d3 fxe4 5.dxe4 Nf6 6.O-O Bc5 7.Nc3 d6 fesselt 8.Bg5 den Springer f6.

Musterpartien