Spanische Partie

42. Steinitz: der Vorstoß e5 gegen die schwachen Bauern

Indem es mit 4...exd4 das Zentrum aufgibt, erhält Schwarz freies Spiel, überlässt aber Raum. Nach 8.Bxc6 bxc6 9.Qf3 stößt Weiß 10.e5 vor: Es greift den Springer f6 an und öffnet die Diagonale der Dame gegen den schwachen Bauern c6.

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 d6 4.d4 exd4 5.Nxd4 Bd7 6.Nc3 Nf6 7.O-O Be7 8.Bxc6 bxc6 9.Qf3 O-O 10.e5

Zug für Zug

  1. 1.e4 – Weiß besetzt das Zentrum und öffnet die Diagonalen für Dame und Läufer f1. In der Spanischen Partie wird dieser Bauer oft im Mittelpunkt des Kampfes stehen: Schwarz greift ihn mit ...Nf6 an und schlägt ihn in der Offenen Variante sogar mit ...Nxe4.
  2. 1...e5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Es streitet um d4 und f4, verhindert e4-e5 und befreit den Läufer f8. Von hier aus baut Weiß die gesamte Spanische Partie auf dem Druck gegen diesen Bauern auf.
  3. 2.Nf3 – Entwickelt den Springer mit direktem Angriff auf den Bauern e5, der nun verteidigt werden muss. Der Springer bereitet außerdem die kurze Rochade vor und unterstützt einen späteren Vorstoß d2-d4.
  4. 2...Nc6 – Deckt e5, entwickelt eine Figur und kontrolliert d4. Gerade dieser Springer, der einzige Verteidiger von e5, wird das Ziel des nächsten Zuges von Weiß.
  5. 3.Bb5 – Die Spanische Partie: Der Läufer greift den Springer c6 an, den Verteidiger von e5. Eine unmittelbare Drohung gibt es noch nicht (Bxc6 dxc6 Nxe5 Qd4 gewinnt den Bauern zurück), aber der Druck auf c6 begleitet die ganze Eröffnung.
  6. 3...d6 – Die Steinitz-Verteidigung: Schwarz stützt e5 mit einem Bauern. Sie ist solide, sperrt aber den Läufer f8 ein und befreit die Diagonale a4-e8: Nun ist der Springer c6 an den König gefesselt.
  7. 4.d4 – Greift e5 unter Ausnutzung der Fesselung an: Der Springer c6 kann e5 nicht frei verteidigen, und der Vorstoß d5 wird zur Drohung.
  8. 4...exd4 – Schwarz gibt das Zentrum sofort auf: Es befreit das Spiel seiner Figuren, überlässt Weiß aber mehr Raum und die Kontrolle über d4.
  9. 5.Nxd4 – Der Springer schlägt zurück und zentralisiert sich. Der Springer c6 ist weiterhin vom Läufer b5 gefesselt.
  10. 5...Bd7 – Nach 5.Nxd4 geht der Läufer nach d7: Er löst die Fesselung des Springers c6, sodass Weiß ihn nicht mit Nxc6 gewinnen kann.
  11. 6.Nc3 – Mit einem Springer bereits auf d4 entwickelt sich der andere Springer nach c3 und schützt e4, bevor Schwarz ihn mit ...Nf6 angreift.
  12. 6...Nf6 – Schwarz entwickelt den Springer und greift e4 an, das vom Springer c3 geschützt wird: Es bereitet ...Be7 und die Rochade vor.
  13. 7.O-O – Weiß rochiert: e4 wird vom Springer c3 gedeckt.
  14. 7...Be7 – Schwarz entwickelt den Läufer und bereitet die Rochade vor.
  15. 8.Bxc6 – Weiß tauscht auf c6, um Schwarz mit schwachen Bauern am Damenflügel zurückzulassen.
  16. 8...bxc6 – Schlägt mit dem b-Bauern zurück: Schwarz hat nun die Bauern a7, c7 und c6 isoliert bzw. verdoppelt.
  17. 9.Qf3 – Die Dame deckt e4 und macht sich für den Vorstoß e5 bereit: Nach e5 öffnet sich die Diagonale f3-c6 gegen den Bauern c6.
  18. 9...O-O – Schwarz rochiert, ohne die Gefahr zu bemerken: Nun greift der Vorstoß e5 den Springer f6 an und öffnet die Diagonale der Dame f3 nach c6.
  19. 10.e5 – Der Vorstoß greift den Springer f6 an und öffnet die Diagonale der Dame nach c6, das auch vom Springer d4 angegriffen wird. Schwarz muss zwei Probleme zugleich lösen.

So nutzt du die Stellung

Der Vorstoß e5 schafft zwei Drohungen: gegen den Springer f6 und gegen den Bauern c6. Die Falle funktioniert, wenn Schwarz nur den Springer rettet; mit Schwarz vermeidet man sie, indem man das Zentrum nicht so früh aufgibt oder genau auf e5 antwortet.

Tipps vom Meister

Der Vorstoß e5

Nach 9.Qf3 O-O greift der Vorstoß 10.e5 den Springer f6 an und öffnet die Diagonale f3-c6.

Musterpartien