Spanische Partie

41. Klassische Steinitz-Verteidigung (3...d6 4.d4 Bd7)

Wilhelm Steinitz hielt 3...d6 für den solidesten und wissenschaftlichsten Zug. Weiß antwortet sofort mit 4.d4 und 5.Nc3 und gewinnt einen enormen Vorteil an Raum und Beweglichkeit.

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 d6 4.d4 Bd7 5.Nc3 Nf6 6.Bxc6 Bxc6 7.Qd3 exd4 8.Nxd4 Bd7 9.Bg5

Zug für Zug

  1. 1.e4 – Weiß besetzt das Zentrum und öffnet die Diagonalen für Dame und Läufer f1. In der Spanischen Partie wird dieser Bauer oft im Mittelpunkt des Kampfes stehen: Schwarz greift ihn mit ...Nf6 an und schlägt ihn in der Offenen Variante sogar mit ...Nxe4.
  2. 1...e5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Es streitet um d4 und f4, verhindert e4-e5 und befreit den Läufer f8. Von hier aus baut Weiß die gesamte Spanische Partie auf dem Druck gegen diesen Bauern auf.
  3. 2.Nf3 – Entwickelt den Springer mit direktem Angriff auf den Bauern e5, der nun verteidigt werden muss. Der Springer bereitet außerdem die kurze Rochade vor und unterstützt einen späteren Vorstoß d2-d4.
  4. 2...Nc6 – Deckt e5, entwickelt eine Figur und kontrolliert d4. Gerade dieser Springer, der einzige Verteidiger von e5, wird das Ziel des nächsten Zuges von Weiß.
  5. 3.Bb5 – Die Spanische Partie: Der Läufer greift den Springer c6 an, den Verteidiger von e5. Eine unmittelbare Drohung gibt es noch nicht (Bxc6 dxc6 Nxe5 Qd4 gewinnt den Bauern zurück), aber der Druck auf c6 begleitet die ganze Eröffnung.
  6. 3...d6 – Die Steinitz-Verteidigung: Schwarz stützt e5 mit einem Bauern. Sie ist solide, sperrt aber den Läufer f8 ein und befreit die Diagonale a4-e8: Nun ist der Springer c6 an den König gefesselt.
  7. 4.d4 – Greift e5 unter Ausnutzung der Fesselung an: Der Springer c6 kann e5 nicht frei verteidigen, und der Vorstoß d5 wird zur Drohung.
  8. 4...Bd7 – Löst die Fesselung des Springers c6, sodass d5 keine Figur mehr gewinnt.
  9. 5.Nc3 – Entwickelt den Springer und deckt e4, bevor Schwarz ihn mit ...Nf6 angreift.
  10. 5...Nf6 – Entwickelt den Springer und greift e4 an, das nun vom Springer c3 gedeckt wird.
  11. 6.Bxc6 – Weiß tauscht auf c6, um einen Verteidiger von e5 zu beseitigen und den Druck im Zentrum zu erhöhen.
  12. 6...Bxc6 – Schlägt mit dem Läufer zurück, der nun auf der langen Diagonale auf e4 drückt.
  13. 7.Qd3 – Die Dame deckt e4, das von Springer f6 und Läufer c6 angegriffen wird, und bereitet Bg5 und die lange Rochade vor.
  14. 7...exd4 – Schwarz gibt das Zentrum auf: e5 zu halten war unter dem Druck von d4 schwierig.
  15. 8.Nxd4 – Der Springer schlägt zurück und greift den Läufer c6 an.
  16. 8...Bd7 – Der Läufer zieht sich nach d7 zurück und befreit die Diagonale für ein mögliches ...Be7.
  17. 9.Bg5 – Der Läufer fesselt den Springer f6 an die Dame und bereitet die lange Rochade vor.

So nutzt du die Stellung

Weiß hat mehr Raum und aktive Figuren; Schwarz steht solide, hat aber den Bauern d6 rückständig auf der halboffenen d-Linie.

Tipps vom Meister

Die Stellung von Schwarz erdrosseln

Gegen 3...d6 zögere nicht: 4.d4! nimmt sofort das ganze Zentrum. Schwarz ist gezwungen, passive Züge zur Deckung von e5 zu spielen.

Musterpartien