Slawische & Halbslawische Verteidigung

16. Wade-Variante: 8...Bb7 9.O-O b4

Mit 9...b4 vertreibt Schwarz den Springer c3. Nach 10.Ne4 Be7 11.Nxf6+ Nxf6 12.e4 O-O hat Weiß das Zentrum, Schwarz ist bereit, es mit ...c5 zu treffen.

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Nf3 Nf6 4.Nc3 e6 5.e3 Nbd7 6.Bd3 dxc4 7.Bxc4 b5 8.Bd3 Bb7 9.O-O b4 10.Ne4 Be7 11.Nxf6+ Nxf6 12.e4 O-O

Zug für Zug

  1. 1.d4 – Weiß eröffnet mit dem Damenbauern: Er besetzt d4, kontrolliert e5 und c5 und bereitet c4 vor, um das schwarze Zentrum unter Druck zu setzen.
  2. 1...d5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Der Bauer d5 verhindert e4 und beansprucht seinen Teil des Zentrums.
  3. 2.c4 – Das Damengambit: Der Bauer c4 greift d5 an und droht cxd5, um Schwarz die Kontrolle über e4 zu nehmen.
  4. 2...c6 – Die Slawische Verteidigung: c6 stützt d5, ohne die Diagonale des Läufers c8 zu schließen, der vor ...e6 nach f5 oder g4 kommen kann.
  5. 3.Nf3 – Der Springer geht Richtung Zentrum, kontrolliert e5 und deckt d4; Weiß lässt die Wahl zwischen Nc3, e3 und der Abtauschvariante offen.
  6. 3...Nf6 – Der schwarze Springer kontrolliert e4 und deckt d5 ein zweites Mal: Weiß kann e4 nicht ohne Vorbereitung vorstoßen.
  7. 4.Nc3 – Der Springer verstärkt den Druck auf d5 und bereitet e4 vor; jetzt wird ...dxc4 zu einer echten Drohung, weil c4 nicht gedeckt ist.
  8. 4...e6 – Das Halbslawische: Mit ...e6 macht das Dreieck c6-d5-e6 das Feld d5 bombenfest und bereitet ...dxc4 gefolgt von ...b5 vor. Der Preis ist der nun eingesperrte Läufer c8.
  9. 5.e3 – Weiß schützt c4 und d4 mit dem Bauern und öffnet den Läufer f1: Es vermeidet die Verwicklungen der Botwinnik-Variante und bereitet Bd3 vor.
  10. 5...Nbd7 – Der Springer geht nach d7: Er stützt die Durchbrüche ...e5 und ...c5 und lässt das Feld b8 frei, ohne den c-Bauern zu sperren.
  11. 6.Bd3 – Der Läufer geht nach d3, sein bestes Feld gegen die schwarze Rochade: Nach ...dxc4 muss er jedoch erneut ziehen.
  12. 6...dxc4 – Die Meraner Variante: Schwarz schlägt genau jetzt auf c4, nachdem der Läufer nach d3 gezogen ist, sodass Weiß beim Zurücknehmen ein zweites Tempo aufwendet.
  13. 7.Bxc4 – Weiß nimmt den Bauern zurück, aber der Läufer auf c4 wird sofort durch ...b5 angegriffen.
  14. 7...b5 – Schwarz vertreibt den Läufer mit Tempo und gewinnt Raum am Damenflügel: Es bereitet ...Bb7 und den Durchbruch ...c5 vor.
  15. 8.Bd3 – Der Läufer kehrt nach d3 zurück, wo er e4 stützt und auf h7 zielt: Es ist das aktivste Feld unter den möglichen Rückzügen.
  16. 8...Bb7 – Der Läufer geht vor ...a6 nach b7: Er entwickelt sich sofort und unterstützt den Durchbruch ...c5, der seine Diagonale Richtung g2 öffnen wird.
  17. 9.O-O – Weiß rochiert und bereitet e4 vor: Mit dem König in Sicherheit kann es das Zentrum öffnen.
  18. 9...b4 – Die Wade-Variante: Der Bauer vertreibt den Springer c3, bevor Weiß e4 vorstößt. Der Springer muss nach e4, a4 oder a2.
  19. 10.Ne4 – Der Springer geht nach e4, wo er den Tausch des Springers f6 anbietet: So bereitet Weiß den Vorstoß e4 vor.
  20. 10...Be7 – Der Läufer geht nach e7, um mit dem Springer auf f6 zurückzunehmen, ohne die Struktur zu ruinieren, und bereitet die Rochade vor.
  21. 11.Nxf6+ – Weiß tauscht die Springer mit Schach und macht das Feld e4 für den Bauern frei.
  22. 11...Nxf6 – Der Springer d7 nimmt auf f6 zurück: Er kontrolliert wieder e4 und d5.
  23. 12.e4 – Weiß stößt e4 vor und besetzt das Zentrum: Der Bauer wird vom Läufer d3 gedeckt und Schwarz kann ihn nicht nehmen, weil der Läufer b7 vom Bauern c6 versperrt ist.
  24. 12...O-O – Schwarz rochiert: Es will zuerst den König in Sicherheit bringen und dann mit ...c5 gegen das weiße Zentrum durchbrechen.

So nutzt du die Stellung

Ausgeglichene Stellung: Weiß hat das Zentrum e4-d4, Schwarz ist entwickelt und bereitet den Durchbruch ...c5 vor.

Tipps vom Meister

Das Feld d5

Stößt Weiß e5 gegen den Springer f6 vor, erhält Schwarz das Feld d5, das kein weißer Bauer mehr kontrollieren kann.

Musterpartien