Slawische & Halbslawische Verteidigung

17. Abtausch-Slawisch: die symmetrische Entwicklung mit 6...Bf5

Schwarz antwortet auf jeden weißen Zug mit derselben Entwicklung, tauscht die Läufer auf d3 und d6 und bestreitet die c-Linie. Die Endstellung ist ausgeglichen und ohne Schwächen.

1.d4 d5 2.c4 c6 3.cxd5 cxd5 4.Nc3 Nf6 5.Nf3 Nc6 6.Bf4 Bf5 7.e3 e6 8.Bd3 Bxd3 9.Qxd3 Bd6 10.Bxd6 Qxd6 11.O-O O-O 12.Rfc1 Rfc8

Zug für Zug

  1. 1.d4 – Weiß eröffnet mit dem Damenbauern: Er besetzt d4, kontrolliert e5 und c5 und bereitet c4 vor, um das schwarze Zentrum unter Druck zu setzen.
  2. 1...d5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Der Bauer d5 verhindert e4 und beansprucht seinen Teil des Zentrums.
  3. 2.c4 – Das Damengambit: Der Bauer c4 greift d5 an und droht cxd5, um Schwarz die Kontrolle über e4 zu nehmen.
  4. 2...c6 – Die Slawische Verteidigung: c6 stützt d5, ohne die Diagonale des Läufers c8 zu schließen, der vor ...e6 nach f5 oder g4 kommen kann.
  5. 3.cxd5 – Die Abtauschvariante: Weiß schafft eine symmetrische Struktur mit offener c-Linie in der Hoffnung, den Mehrtempo auszunutzen.
  6. 3...cxd5 – Schwarz nimmt mit dem c-Bauern zurück: Die Struktur bleibt symmetrisch und der Bauer d5 ist solide, aber um die offene c-Linie muss gekämpft werden.
  7. 4.Nc3 – Der Springer kommt nach c3 und setzt d5 unter Druck: In der Symmetrie versucht Weiß, sich schneller zu entwickeln.
  8. 4...Nf6 – Der Springer deckt d5 und kontrolliert e4: Vor allem sichert Schwarz seinen zentralen Punkt.
  9. 5.Nf3 – Der Springer entwickelt sich nach f3 und kontrolliert e5: Weiß bereitet mit natürlicher Entwicklung Bf4 und e3 vor.
  10. 5...Nc6 – Der Springer kommt nach c6, wo er d4 unter Druck setzt und e5 und b4 kontrolliert: In dieser Struktur ist das sein natürliches Feld.
  11. 6.Bf4 – Der Läufer kommt vor e3 nach f4, außerhalb der Bauernkette: Er kontrolliert e5 und b8.
  12. 6...Bf5 – Schwarz kopiert den Zug: Auch sein Läufer kommt vor ...e6 heraus und bleibt aktiv.
  13. 7.e3 – Weiß schützt d4 und öffnet den Läufer f1, der nach d3 oder b5 gehen kann.
  14. 7...e6 – Schwarz schützt d5 und öffnet den Läufer f8: Mit beiden Läufern außerhalb der Kette ist die Stellung ausgeglichen.
  15. 8.Bd3 – Weiß bietet den Tausch der weißfeldrigen Läufer an: Es will Schwarz die beste Figur nehmen.
  16. 8...Bxd3 – Schwarz tauscht die Läufer: In der Symmetrie vereinfacht dieser Tausch und lässt keine Schwächen zurück.
  17. 9.Qxd3 – Die Dame nimmt auf d3 zurück, wo sie e4 und b5 kontrolliert und bereit ist, zum Damenflügel zu wechseln.
  18. 9...Bd6 – Der Läufer geht nach d6 und bietet den Tausch der schwarzfeldrigen Läufer an: Er nimmt Weiß die Kontrolle über e5.
  19. 10.Bxd6 – Weiß tauscht die Läufer: Es bleiben nur Damen, Türme und Springer in einer symmetrischen Stellung.
  20. 10...Qxd6 – Die Dame nimmt zurück und kontrolliert e5 und b4: Alle schwarzen Figuren sind entwickelt.
  21. 11.O-O – Weiß rochiert und bereitet den Turm auf c1 für die offene Linie vor.
  22. 11...O-O – Schwarz rochiert: Auch es wird den Turm f8 auf die c-Linie bringen.
  23. 12.Rfc1 – Der Turm besetzt die c-Linie, die einzige offene: Weiß will am Damenflügel zuerst vorstoßen.
  24. 12...Rfc8 – Schwarz bestreitet sofort die c-Linie: In einer symmetrischen Stellung darf man sie dem Gegner nicht überlassen.

So nutzt du die Stellung

Ausgeglichene, symmetrische Stellung: Es gewinnt, wer die c-Linie und die Felder b4 und c4 besser nutzt.

Tipps vom Meister

Die Abtauschvariante ohne Angst

Im Abtausch-Slawisch entwickelt Schwarz den Läufer vor ...e6 nach f5: Mit allen Figuren aktiv verschafft die Symmetrie Weiß keinen Vorteil.

Musterpartien