Akademie der Eröffnungsfallen & Blitzerfolge

11. Elefantenfalle (Abgelehntes Damengambit 6...Nxd5!)

Im Abgelehnten Damengambit spielt Schwarz 4...Nbd7. Weiß glaubt an einen Anfängerfehler auf d5 und schlägt 5.cxd5 exd5 6.Nxd5?? Schwarz überrascht mit 6...Nxd5! 7.Bxd8 Bb4+ 8.Qd2 Bxd2+ 9.Kxd2 Kxd8 und verbleibt mit einer Mehrfigur.

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3 Nf6 4.Bg5 Nbd7 5.cxd5 exd5 6.Nxd5 Nxd5 7.Bxd8 Bb4+ 8.Qd2 Bxd2+ 9.Kxd2 Kxd8

Zug für Zug

  1. 1.d4 – Der klassische Eröffnungszug 1.d4! Du ergreifst Besitz vom Zentrum, öffnest Diagonalen für den Läufer c1 und leitest einen dynamischen Kampf ein.
  2. 1...d5 – Schwarz antwortet symmetrisch: Der Bauer d5 verhindert e4 und kämpft um das Zentrum. Weiß kann ihn jetzt mit dem c-Bauern von der Seite angreifen.
  3. 2.c4 – Das Damengambit greift d5 mit einem Flügelbauern an. Es ist kein echtes Opfer: Nach 2...dxc4 holt sich Weiß den Bauern mit e3 und Bxc4 zurück oder besetzt das Zentrum mit e4.
  4. 2...e6 – Das Abgelehnte Damengambit: Schwarz stützt d5 mit dem e-Bauern. Die Struktur ist grundsolide, aber der Läufer c8 bleibt hinter e6 eingesperrt: Das wird das Hauptproblem von Schwarz im ganzen Kapitel sein.
  5. 3.Nc3 – Der Springer greift d5 ein zweites Mal an und kontrolliert e4. Er bereitet Bg5 vor, um den künftigen Springer f6, den wichtigsten Verteidiger von d5, zu fesseln.
  6. 3...Nf6 – Schwarz verteidigt d5 zum dritten Mal und nähert sich der Rochade. Weiß wählt jetzt zwischen 4.Bg5, das die Spannung hält, und 4.cxd5, das die Struktur sofort festlegt.
  7. 4.Bg5 – Weiß fesselt den Springer f6, den wichtigsten Verteidiger von d5, und hält die Spannung im Zentrum, statt zu tauschen. Das ist die Orthodoxe Variante: Es folgen e3, Nf3 und Rc1.
  8. 4...Nbd7 – Schwarz entwickelt den Springer nach d7 statt Be7 und bereitet ...c6 und ...Qa5 vor. Der Bauer d5 scheint weniger gedeckt, ist aber ein Köder: Nach 5.cxd5 exd5 6.Nxd5?? Nxd5! 7.Bxd8 Bb4+ gewinnt Schwarz eine Figur.
  9. 5.cxd5 – Weiß tauscht auf d5 und legt die Karlsbader Struktur fest. Achtung: Der Bauer d5 scheint schlecht gedeckt, darf aber nicht genommen werden.
  10. 5...exd5 – Schwarz nimmt mit dem Bauern zurück. Jetzt ist 6.Nxd5?? ein Fehler: Nach 6...Nxd5! 7.Bxd8 Bb4+ 8.Qd2 Bxd2+ 9.Kxd2 Kxd8 bleibt Schwarz mit einer Figur mehr.
  11. 6.Nxd5 – Weiß begeht den entscheidenden Fehler mit 6.Nxd5?: überzeugt von der Fesselung auf d7 greift Weiß zu und tappt in die Elefantenfalle.
  12. 6...Nxd5 – Brillante Replik mit 6...Nxd5! Schwarz ignoriert die ungedeckte Dame auf d8 völlig und schlägt den Springer mit taktischer Geometrie.
  13. 7.Bxd8 – Weiß tappt blindlings ins Verderben mit 7.Bxd8??: im festen Glauben an die gewonnene Dame rennt Weiß in eine Demütigung.
  14. 7...Bb4+ – Tödliches Zwischenschach mit 7...Bb4+! Schwarz nutzt die offene Diagonale gegen den weißen König aus, der keine Fluchtfelder besitzt.
  15. 8.Qd2 – Weiß muss verzweifelt 8.Qd2 dazwischenstellen: die einzig legale Abwehr gegen das Schach, was die Dame ersatzlos hergibt.
  16. 8...Bxd2+ – Schwarz tauscht Figuren mit 8...Bxd2+: beseitigt den Läufer zur Vereinfachung der Stellung und steuert auf leichten Sieg zu.
  17. 9.Kxd2 – Der weiße König nimmt mit 9.Kxd2 wieder: verliert jedes Rochaderecht und steht völlig ungeschützt im verlorenen Endspiel da.
  18. 9...Kxd8 – Der schwarze König schlägt mit 9...Kxd8 den Läufer: der Pulverdampf verzieht sich und Schwarz steht mit einer vollen Mehrfigur da.

So nutzt du die Stellung

Die klassische Elefantenfalle mit 4...Nbd7 im Damengambit errichten

Tipps vom Meister

Die Elefantenfalle

Gehe niemals von einer absoluten Fesselung aus, wenn ein Zwischenschach droht

Musterpartien