Akademie der Eröffnungsfallen & Blitzerfolge

9. Damen-Falle in der Französischen Winawer

In der Winawer-Variante plündert Schwarz häufig weiße Bauern am Damenflügel. Wenn Schwarz unvorsichtig sekundäre Ziele jagt, schneiden weiße Figuren alle Rückzugsfelder ab und fangen die schwarze Dame bei hellem Tage ein.

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Ne7 7.Qg4 Qc7 8.Qxg7 Rg8 9.Qxh7

Zug für Zug

  1. 1.e4 – Der klassische Eröffnungszug schlechthin: 1.e4! Du besetzt das Zentrum, öffnest Bahnen für Läufer und Dame und eröffnest dynamischen Kampf.
  2. 1...e6 – Die Französische Verteidigung mit 1...e6: Schwarz bereitet den Zentrumsstoß d5 vor und nimmt vorübergehend passive Diagonale für den Läufer hin.
  3. 2.d4 – Weiß stellt den d-Bauern neben e4 und baut das klassische Zentrum auf: Keiner der beiden Bauern ist bisher angegriffen und Weiß gewinnt Raum.
  4. 2...d5 – Schwarz greift sofort e4 an. Weiß muss wählen: ihn verteidigen (Nc3 oder Nd2), vorstoßen (e5) oder abtauschen (exd5). Jede Wahl führt zu einem der Kapitel des Kurses.
  5. 3.Nc3 – Weiß verteidigt e4, indem es den Springer zur Mitte entwickelt: Das ist die ehrgeizigste Wahl, aber der Springer auf c3 kann durch ...Bb4 gefesselt werden.
  6. 3...Bb4 – Winawer-Variante: Der Läufer fesselt den Springer c3 an den König, sodass e4 faktisch ohne Verteidigung bleibt. Schwarz droht ...dxe4 und zwingt Weiß, das Zentrum sofort zu klären.
  7. 4.e5 – Weiß schließt das Zentrum: Der Bauer e5 nimmt dem schwarzen Springer das Feld f6 und gewinnt Raum, während sich der Läufer b4 von der Verteidigung der dunklen Felder um den schwarzen König entfernt hat.
  8. 4...c5 – Der typische Hebel der Französischen Verteidigung: Der c-Bauer greift die Basis der Kette an, d4. Zusammen mit der Fesselung auf c3 erhöht das den Druck auf das weiße Zentrum.
  9. 5.a3 – Weiß verlangt vom Läufer sofort eine Entscheidung: auf c3 abtauschen (Doppelbauern, aber das Läuferpaar für Weiß) oder nach a5 zurückziehen, die Armenische Variante.
  10. 5...Bxc3+ – Schwarz gibt den dunkelfeldrigen Läufer ab, um die weiße Struktur zu ruinieren: Die Doppelbauern c2-c3 und a3 werden zu Zielen. Im Gegenzug hat Weiß das Läuferpaar und Schwarz einige Schwächen auf den dunklen Feldern.
  11. 6.bxc3 – Erzwungenes Zurücknehmen: Der Bauer c3 verstärkt d4 und die b-Linie öffnet sich für den Turm, aber die Bauern auf der c-Linie bleiben verdoppelt und langsam.
  12. 6...Ne7 – Der Springer geht nach e7, weil das Feld f6 vom Bauern e5 kontrolliert wird: Von e7 aus kann er nach f5 oder c6 gehen und lässt den Vorstoß ...f6 sowie die Damenausgänge nach a5 oder c7 frei.
  13. 7.Qg4 – Vergifteter Bauer: Die Dame greift g7 an, das ohne die Deckung des Läufers f8 geblieben ist. Das ist der strategische Preis der Winawer-Variante, denn Schwarz hat seinen dunkelfeldrigen Läufer abgegeben.
  14. 7...Qc7 – Schwarz überlässt g7 seinem Schicksal und greift gegenan: Die Dame trifft c3 und e5 und bereitet ...cxd4 vor. Im Austausch für die Bauern am Königsflügel wird Schwarz das weiße Zentrum zertrümmern.
  15. 8.Qxg7 – Die weiße Dame nimmt die Herausforderung an mit 8.Qxg7: schlägt den Giftbauern, bedroht den Turm und entfacht wilde Taktik.
  16. 8...Rg8 – Der schwarze Turm wird aktiv mit 8...Rg8: greift die gegnerische Dame auf der halboffenen g-Linie an und bereitet Gegenspiel vor.
  17. 9.Qxh7 – Weiß schlägt auch h7: Der Bauer h2 ist nun Freibauer und kann Richtung Umwandlung vorrücken. Dafür ist die Dame weit vom Zentrum entfernt, wo Schwarz kurz vor dem Durchbruch steht.

So nutzt du die Stellung

Das Zentrum mit e5 verriegeln und schwarzes Gegenspiel am Damenflügel herausfordern

Tipps vom Meister

Damenfang in der Französischen Partie

Eine einsame Dame hinter feindlichen Linien büßt blitzschnell ihre Rückzugsfelder ein

Musterpartien